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Bericht: Krankenkassen holen 14 Millionen Euro von Pflegebetrügern zurück

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Milliardenschäden durch Pflegebetrug Bild: AFP

Im Kampf gegen kriminelle Pflegedienste haben die gesetzlichen Krankenkassen einem Bericht zufolge insgesamt 14 Millionen Euro von Pflegebetrügern zurückgeholt. Damit sicherten sie 2016 und 2017 doppelt so viel Geld wie in den zwei Jahren davor.

Im Kampf gegen kriminelle Pflegedienste haben die gesetzlichen Krankenkassen einem Bericht zufolge insgesamt 14 Millionen Euro von Pflegebetrügern zurückgeholt. Damit sicherten sie 2016 und 2017 doppelt so viel Geld wie in den zwei Jahren davor, wie der "Spiegel" am Dienstag aus einem internen Bericht des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) für das Bundesgesundheitsministerium berichtete.

Der 55-seitige Entwurf gibt demnach zugleich einen beunruhigenden Einblick in das Ausmaß des Pflegebetrugs in Deutschland. Ein Großteil der Versicherungen versage dabei, dem kriminellen Treiben Einhalt zu gebieten und Betrug aufzudecken. "Viele Krankenkassen haben trotz des sich ausbreitenden Betrugs in der ambulanten Pflege kaum etwas dagegen getan", zitierte der "Spiegel" einen Kassenexperten.

Nur wenige Kassenermittler stechen demnach heraus. Nach "Spiegel"-Informationen holten fünf AOK-Versicherungen der mehr als 110 gesetzlichen Kassen zusammen 40 Prozent des Betrugsschadens in der ambulanten Pflege in den vergangenen zwei Jahren zurück. Allein die AOK Niedersachsen und Bayern sicherten demnach gut ein Viertel der Gesamtsumme.

Verglichen mit dem wirklichen Schaden ist die von den Krankenkassen gesicherte Summe gering. Experten schätzen, dass Betrüger allein in der ambulanten Pflege rund zwei Milliarden Euro jährlich erbeuten.

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