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Trump verschärft Attacken auf mögliche Präsidentschaftsrivalin Warren

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  • 16. Oktober 2018, 18:43 Uhr
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US-Senatorin Elizabeth Warren Bild: AFP

Zwei Jahre vor den nächsten US-Präsidentschaftswahlen hat Amtsinhaber Donald Trump seine Attacken auf die linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren verschärft, der Ambitionen auf das Weiße Haus nachgesagt werden.

Zwei Jahre vor den nächsten US-Präsidentschaftswahlen hat Amtsinhaber Donald Trump seine Attacken auf die linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren verschärft, der Ambitionen auf das Weiße Haus nachgesagt werden. Trump mokierte sich am Dienstag abermals darüber, dass Warren für sich in Anspruch nimmt, indianische Wurzeln zu haben. Einen von der Parlamentarierin am Vortag präsentierten DNA-Test zu ihrem Stammbaum nannte er "schwindlerisch".

Im Kurzbotschaftendienst Twitter forderte Trump die Senatorin auf, sich bei der US-Öffentlichkeit für die "Lüge" und den "Betrug" über ihre Herkunft zu entschuldigen. Der DNA-Test habe gezeigt, dass Warren "vielleicht zu einem Anteil von 1/1024" indianisch sei, dies sei "weit weniger als der durchschnittliche Amerikaner". 

Trump und andere politische Gegner werfen der früheren Wirtschaftsprofessorin an der Eliteuniversität Harvard seit Jahren vor, ihre Selbstbeschreibung als Nachfahrin einer Ureinwohnerin dafür benutzt zu haben, ihre akademische Karriere zu befördern. 

Diese Anschuldigung erneuerte Trump nun: Harvard habe Warren als "farbige Person" eingestuft und nur deshalb akzeptiert. Warren hat indes stets bestritten, sich mittels ihrer indianischen Wurzeln berufliche Vorteile im Rahmen der Förderung von Minderheiten verschafft zu haben. 

Trump verspottet Warren regelmäßig als "Pocahontas" - unter Bezug auf die Indianerin aus der Kolonialzeit, die unter anderem durch einen Disney-Film zu einer Figur der heutigen US-Kultur geworden ist. Auch in seiner jüngsten Twitter-Attacke verhöhnte er die die Senatorin als  "schlechte Version" der legendären Pocahontas.

Warren bewertet diesen Spott als "rassistisch". Sie hätte "nie erwartet, dass meine Familiengeschichte als rassistischer Witz benutzt wird", twitterte sie am Montag.  

Die Senatorin veröffentlichte ein Video zu dem DNA-Test, der von dem Professor Carlos Bustamante von der Stanford-Universität ausgeführt wurde. Darin sagt der Forscher: "Die Fakten deuten absolut darauf hin, dass Sie einen amerikanischen Ureinwohner in ihrem Stammbaum haben." 

Laut der Zeitung "Boston Globe" soll dieser Ahne oder diese Ahnin "sechs bis zehn Generationen" in Warrens Stammbaum zurückdatieren. Laut den Erzählungen der Senatorin soll eine ihrer Vorfahrinnen zu den Indianervölkern der Cherokee und Delaware gehört haben. 

Als Konsequenz aus dem DNA-Test forderte Warren nun den Präsidenten auf, eine Million Dollar (860.000 Euro) an wohltätige Zwecke zu spenden - so wie er es für den Fall angekündigt hatte, dass sie ihre indianische Herkunft beweisen könne. Trump führte in seiner Replik aber an, dass selbst das Volk der Cherokee den Wert von Warrens DNA-Test angezweifelt habe: "Sogar die wollen sie nicht."

Tatsächlich hatte der Cherokee-Vertreter Chuck Hoskin zu Warren erklärt: "Ein DNA-Test ist nutzlos, um die Zugehörigkeit zu einem Stamm zu bestimmen." Doch stellte Hoskin keineswegs generell in Frage, dass Warren teilweise indianische Wurzeln hat.

Der von Trump forcierte Streit um Warrens familiäre Wurzeln erinnert an die einst von dem Immobilienmogul propagierte Verschwörungstheorie zur Herkunft von Ex-Präsident Barack Obama. Trump hatte lange den Verdacht verbreitet, dass Obama in Kenia geboren sei und damit zu Unrecht im Weißen Haus residiere - Obama widerlegte die Anschuldigung dann 2011 durch Veröffentlichung seiner Geburtsurkunde. 

Der jetzt von Warren präsentierte DNA-Test wird von Beobachtern in den USA als Hinweis gedeutet, dass die 69-Jährige ihre Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten vorbereiten könnte. Warren ist eine der Führungsfiguren des linken Parteiflügels.

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