Brennpunkte

Konfliktparteien einigen sich auf Gespräche über Krisenregion Westsahara

img
Unabhängigkeitsbefürworter mit Westsahara-Flagge Bild: AFP

Die Konfliktparteien im seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt in der Westsahara haben sich auf Gespräche unter UN-Vermittlung im Dezember geeinigt. Sie nahmen eine Einladung des UN-Sondergesandten Horst Köhler an.

Die Konfliktparteien im seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt in der Westsahara haben Gesprächen unter UN-Vermittlung im Dezember zugestimmt. Marokko, die nach Unabhängigkeit strebende Polisario-Front, Algerien und Mauritanien hätten Einladungen des UN-Sondergesandten und früheren, deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler zu Gesprächen in Genf angenommen und ihre Teilnahme bestätigt, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Dienstag.

Marokko hält seit den 70er Jahren große Teile der früheren spanischen Kolonie Westsahara besetzt. Die Rebellengruppe Polisario kämpft seit Jahrzehnten mit der Unterstützung Algeriens für die Unabhängigkeit des Wüstengebiets und fordert ein Referendum über die Zukunft der rohstoffreichen Region. Die letzte Runde informeller Gespräche zwischen den Konfliktparteien endete 2012 ohne Ergebnis.  

Im April billigte der Sicherheitsrat eine von den USA eingereichte Resolution, die Marokko und Polisario eine sechsmonatige Frist für die Wiederaufnahme von Gesprächen setzte. Der ehemalige IWF-Direktor Köhler ist seit einem Jahr Westsahara-Gesandter der UNO.

Bislang beharren alle Konfliktparteien auf ihren Positionen: Marokko will dem Gebiet Westsahara lediglich Autonomie zubilligen, die Polisario-Front fordert ein Referendum über die Unabhängigkeit. Algerien beharrt ebenfalls auf dem Recht der Bewohner der Westsahara, selbst über ihr Schicksal zu entscheiden.

STARTSEITE