Natur

Klimaforscher Edenhofer: "Zeit rennt uns davon"

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Die Erde aus dem Weltraum aufgenommendts

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Potsdam - Der designierte Chef des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Ottmar Edenhofer, sieht die Bemühungen um Klimaschutz in Gefahr. "Die Zeit rennt uns davon. Wir können uns nicht noch einmal eine verlorene Dekade erlauben", sagte Edenhofer dem "Handelsblatt".

Allein die Definition neuer Ziele ist nach Edenhofers Überzeugung unzureichend. "Wir sollten uns nicht immer noch ehrgeizigere Ziele für die ferne Zukunft setzen, wenn zugleich niemand den Mumm hat, endlich die dazu erforderlichen Mittel zu ergreifen", sagte Edenhofer. Der Klima-Ökonom, der in Kürze gemeinsam mit dem Schweden Johan Rockström die Leitung des PIK übernehmen wird, spricht sich dafür aus, Kohlendioxid über alle Sektoren einen Preis zu geben.

Eine CO2-Bepreisung "wäre ein klarer Indikator dafür, dass die Politik es tatsächlich ernst damit meint, die Ziele zu erreichen. Das ständige Verschieben auf immer ehrgeizigere Ziele in einer immer ferneren Zukunft schadet dem Klimaschutz mehr, als es hilft". Die Bundesregierung könne sich dem Thema CO2-Preis nicht länger verweigern, sagte der Forscher. "Ohne CO2-Preis werden wir die Klimaziele 2030 und 2050 ganz sicher verfehlen."

Edenhofer appellierte an die Große Koalition, das geplante Klimaschutzgesetz mit möglichst konkreten Maßnahmen zu unterlegen. "Ein Klimaschutzgesetz, das nur die Zielformulierungen wiederholt, wäre zu kurz gegriffen", warnte er. "Wir brauchen ein Gesetz, das Ziele benennt und dazu adäquate Mittel definiert. Am wichtigsten sind klare Preissignale für CO2. Ob die Große Koalition dazu die Kraft hat, das kann ich nicht beurteilen", sagte er.

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