Brasilien

Von Bolsonaro sexistisch attackierte Abgeordnete warnt vor dessen Präsidentschaft

  • In POLITIK
  • 19. Oktober 2018, 09:21 Uhr
  • AFP
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Die PT-Abgeordnete Maria do Rosario beim AFP-Interview Bild: AFP

Vor der Präsidentschaftsstichwahl in Brasilien hat eine vom aussichtsreichen Bewerber Jair Bolsonaro sexistisch attackierte Abgeordnete vor dessen Sieg gewarnt. Brasilien sei bei Gewalt gegen Frauen schon jetzt ein Spitzenreiter, sagte Maria do Rosario.

Vor der Präsidentschafts-Stichwahl in Brasilien am 28. Oktober hat sich eine vom aussichtsreichen Bewerber Jair Bolsonaro sexistisch angegriffene Abgeordnete besorgt gezeigt. Maria do Rosario von der Arbeiterpartei (PT) sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag (Ortszeit), sie fürchte für den Fall eines Sieges von Bolsonaro, dass es "noch mehr Gewalt gegen uns Frauen" geben werde. Brasilien gehöre bei Gewalt gegen Frauen schon jetzt zu den Spitzenreitern.

Bolsonaro hatte do Rosario vor 15 Jahren im Abgeordnetenhaus mit der Bemerkung provoziert "Ich würde Sie nicht vergewaltigen, Sie verdienen es nicht." Darauf angesprochen, bekräftigte Bolsonaro in einem Interview 2014, sie sei "hässlich" und "nicht sein Typ". Wäre er ein Vergewaltiger, "würde ich es bei ihr nicht tun, weil sie es nicht verdient".

Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Brasilianisches Forum für öffentliche Sicherheit wurden im vergangenen Jahr 4473 Frauen ermordet und 60.018 vergewaltigt. "Stellen sie sich vor, wenn diese Gewalt behördlich ermutigt wird", sagte die 51-jährige Abgeordnete in dem AFP-Interview.

Der rechtsextreme Bolsonaro vertritt ein Programm von Recht und Ordnung und will im Kampf gegen Kriminalität und Korruption Bürgern das Tragen von Waffen erlauben. Do Rosario sagte dazu, es sei offensichtlich, dass sich diese Waffen "gegen Frauen, Schwarze, Schwule und Lesben richten" würden.

Der 63-jährige Hauptmann der Reserve gewann mit Leichtigkeit die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 7. Oktober gegen 13 andere Kandidaten. Beim zweiten Durchgang gilt er als Favorit im Rennen gegen den PT-Bewerber und ehemaligen Bürgermeister von São Paulo, Fernando Haddad.

Do Rosario, Ministerin für Menschenrechte von 2011 bis 2014 in der von der Arbeiterpartei gestellten Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff, wurde bei der ebenfalls am 7. Oktober abgehaltenen Parlamentswahl als Abgeordnete wieder gewählt. Gegen sie wird wegen Korruption im Zusammenhang mit ihrem Wahlkampf 2010 ermittelt.

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