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Unternehmens-Benefits im Wandel

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@ whatsinprague (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Mitarbeitermangel, starke Konkurrenz und Arbeitnehmer, die vermehrt Wert auf Work-Life-Balance legen: Unternehmen müssen sich einiges einfallen lassen, um für Bewerber attraktiv zu sein und Fachkräfte an sich zu binden. Eine Konsequenz: Zusatzleistungen werden immer vielseitiger.

Finanzielle Anreize gelten als klassisches Benefit, um Mitarbeiter zu einem Unternehmen zu locken und sie idealerweise lange an sich zu binden. Zusätzlich zu Urlaubs- und Weihnachtsgeld bieten manche Firmen ihren Auszubildenden beispielsweise ein Begrüßungsgeld an. Auch Vorsorgepläne wie die betriebliche Rente sind begehrt. Zudem stehen Weiterbildungsangebote hoch im Kurs. Angestellte möchten sich weiterentwickeln, Stillstand ist vielen unangenehm. Allgemein sind die Ausbildungs- und Entwicklungsmaßnahmen eines Unternehmens oft ein Entscheidungskriterium, nach denen potenzielle Fachkräfte ihren Arbeitsplatz auswählen. Unternehmen wie die GCH Hotel Group haben das erkannt und führen ein besonders nachhaltiges Personalmanagement, indem sie einen starken Fokus auf die Einarbeitungszeit und die Zeit vor dem ersten Arbeitstag neuer Mitarbeiter legen. Durch das sogenannte Pre-Boarding sind Mitarbeiter von Beginn an voll involviert, was die Identifikation mit der Firma erhöht.

Auch auf den Wunsch nach einer harmonischen Work-Life-Balance müssen Unternehmen eingehen, wenn sie Fachkräfte an sich binden wollen. Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, sind erfolgversprechende Benefits. Auch beim Thema Urlaub werden viele Arbeitgeber flexibler. Immer mehr Unternehmen gewähren Sonderurlaub für ehrenamtliche Tätigkeiten. Manche bieten sogar unbegrenzten Urlaub an. Zwar ist das Prinzip nicht in jedem Unternehmen anwendbar, es kann aber zu einer Leistungssteigerung der Mitarbeiter führen.

Der Hightech-Verband Bitkom stellte bereits 2016 fest, dass mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen Smartphone, Tablets und Notebooks an ihre Mitarbeiter ausgeben. Benefits wie diese sind bis heute äußerst begehrt, denn es sind Utensilien, die der Arbeitnehmer im Alltag häufig nutzt. Auch ein Jobticket, Firmenwagen und/oder kostenloser Parkplatz am Unternehmensstandort sind solche Zusatzleistungen, die Bewerber locken. Gratis Obst, Snacks und Getränke am Arbeitsplatz gehören ebenso dazu. Zwar handelt es sich dabei eher um Kleinigkeiten, doch der potenziellen Bewerber erhält das Gefühl, dass das Unternehmen seine Angestellte wertschätzt. Weitere Benefits können diverse Gesundheitsangebote durch Kooperationen mit Sportstudios oder kostenlose Sportkurse sein.

Die Vereinbarung von Karriere und Familie ist Bewerbern ebenso wichtig. Unternehmen reagieren auf diesen Wunsch, indem sie kostenlose oder vergünstigte Kinderbetreuung anbieten. Einige Firmen besitzen einen Betriebskindergarten, andere haben besondere Deals mit Betreuungsstätten in der Umgebung ausgehandelt. Mittlerweile werben Unternehmen auch damit, dass auch Angestellte auf Halbtagsstellen Führungspositionen innehaben können. Führung in Teilzeit ist ein sehr modernes Konzept, dass sich auf die neuen Lebensentwürfe der Mitarbeiter einstellt. Gleichzeitig ist es eine große Herausforderung, denn es müssen klare Regelungen für Verantwortlichkeiten, eine Basis für die Kernarbeiten erarbeitet werden. Dennoch ist es in vielen Unternehmen möglich und für zukünftige Mitarbeiter, denen Familie und Karriere wichtig ist, verlockend.

Allgemein gibt es Veränderungen im Bereich Teilzeit. Immer häufiger besteht die Möglichkeit, für einen festgelegten Zeitraum Teilzeit zu arbeiten oder eine Stelle mit einem Kollegen zu teilen. Teilzeitmodelle werden immer vielseitiger und weichen immer häufiger vom klassischen Raster ab.

Um im Kampf um zukünftige Fachkräfte nicht unterzugehen, müssen sich Unternehmen flexibel und mitarbeiter- und familienfreundlich zeigen. Wer sich den Bedürfnissen der neuen Fachkräftegeneration nicht anpasst, hat ansonsten letzten Endes das Nachsehen.

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