RFID-Etiketten: Intelligente Kennzeichnung für Handel & Logistik

Intelligente Kennzeichnung: RFID-Etiketten auf dem Vormarsch

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@ Alexas_Fotos (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

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RFID und Etiketten sind zwei Begriffe, die man eigentlich erst einmal trennen würde. Denn was lange Zeit Barcodes machten, machen RFID-Chips heute viel besser und schneller - kostengünstiger jedoch noch nicht immer und in jedem Fall. Und das, obwohl die Chips längst Massenware sind und (von Spezialfällen mal abgesehen) nur wenige Cent kosten. Das Beste aus beiden Welten - digital und analog - verbinden RFID-Etiketten. Damit sind keine reinen RFID-Chips gemeint, die irgendwo verbaut oder eingesetzt werden, sondern bedruckbare Klebeetiketten, die zusätzlich mit einem Chip / Transponder ausgestattet sind.

RFID in aller Munde und auf vielen Verpackungen

RFID-Chips sind keine Neuheit mehr. Bereits seit einiger Zeit setzen die Logistikbranche und der Einzelhandel in vielen Teilbereichen auf die kleinen Transponder, die im Vergleich zu Barcodes bzw. Barcode-Etiketten viele Vorteile bieten. Zum einen können auf einen Schlag mehrere Produkte oder Behälter wie Container kontaktfrei ausgelesen werden, ohne dass jede Position einzeln gescannt werden müsste. Zum anderen sind RFID-Chips witterungsbeständiger als die meisten Klebeetiketten; für das Transportwesen auf hoher See ein unschätzbarer Mehrwert.

Während lediglich aktive RFID-Sender eine Stromversorgung durch Batterien benötigen, ziehen sich die meisten der kleinen Sender die Energie aus dem elektromagnetischen Feld, das sie umgibt. Hierbei handelt es sich dann um passive RFID-Transponder. Egal ob aktiv oder passiv: Der Aufbau von RFID-Chips ist immer gleich. Es gibt einen analogen Schaltkreis zum Senden und Empfangen von Daten, einen digitalen Schaltkreis sowie einen Speicher und eine Antenne - und das alles auf wenigen Millimetern. 

Je nach Chip ist die Reichweite unterschiedlich. In der Regel müssen sich das Lesegerät und der Chip ziemlich nah beieinander befinden. Wir kennen das beispielsweise vom kontaktlosen Bezahlen mit der neuen Generation von EC- und Kreditkarten. Dieser Ableger der RFID-Technologie nennt sich NFC (near field communication) und ist auch in modernen Smartphones bereits Standard.

RFID-Etiketten: das Beste aus zwei Welten

Statt einer Kassiererin oder einem Kassierer, sehen wir in modernen Supermärkten immer häufiger Kassen, an denen Kunden die gekauften Waren selber einscannen können. Mit dem Siegeszug des RFID-Chips könnte selbst das irgendwann der Vergangenheit angehören. Denn sind die Waren bzw. deren Verpackungen alle mit einem solchen Chip ausgestattet, auf dem Preis und Co gespeichert sind, kann die moderne Kasse die Einkäufe kontaktlos registrieren, ohne dass der Kunde den Barcode-Scanner bedienen muss. Bislang wird die Technologie eher hinter den Kulissen im Warenmanagement genutzt. Spinnen wir den Gedanken noch weiter, könnte sogar das Bedienen des EC-Kartenlesegerätes irgendwann obsolet werden. Denn auch hier ist die NFC-Technologie auf dem Vormarsch.

Kein Ende für Etiketten in Sicht

Bleiben wir beim Beispiel Einzelhandel, informieren die Etiketten Verbraucher über wichtige Dinge wie Mindesthaltbarkeitsdaten und Inhaltsstoffe. Zwar können auch RFID-Chips Artikelname, Gewicht, Preis, EAN Nummer, Recycling-Informationen und eben MHD und Inhaltsstoffe speichern, doch Gesetzgeber und Verbraucher fordern diese Infos nach wie vor sichtbar auf dem Produkt. Wer will beim Schlendern durch den Supermarkt oder ein Bekleidungshaus schon immer auf das Smartphone (als RFID-Scanner) schauen müssen, um genauere Infos zu einem Produkt zu erhalten. Selbst wenn der Barcode ausstirbt, bleibt uns das Etikett also erst einmal noch erhalten. RFID-Etiketten verbinden beide Aspekte intelligent miteinander und dürften bei Unternehmen in der nächsten Zeit nur noch beliebter werden.

Weitere Einsatzbereiche von RFID-Etiketten

Papier, Polyester, Polycarbonat: Aus diesen und weiteren Materialien werden RFID-Etiketten hergestellt; je nach Verwendungszweck und Anforderungsprofil. Die Einsatzbereiche der intelligenten Kennzeichnungslösung fangen beim oben erwähnten Einzelhandel an und hören beim Bestandsmanagement mit Inventaretiketten in der Logistik sowie in Bibliotheken und Archiven noch lange nicht auf. Hier können RFID-Etiketten die Erfassung von Waren- bzw. Bestandsein- und -ausgängen optimieren.

Sicherheit & Kontrolle gewährleisten RFID-Etiketten zum Beispiel im Gesundheitsbereich. Medikamentenfälschungen können durch Echtheitszertifikate, die auf den Chips gespeichert sind, schneller entlarvt werden. In Krankenhäusern lassen sich mit RFID-Etiketten logistische Prozesse optimieren. Mit den gechipten Etiketten ausgestattet, kann die Verteilung von mobilem Inventar besser organisiert, und die Patientenaufnahme sowie die Lagerung von Medikamenten verbessert werden. Richtig eingesetzt, schafft die Technologie demnach ein neues Maß an Sicherheit.

RFID trotz Vorteilen nicht unumstritten

Ganz ohne Kritik geht es beim Thema RFID nicht. Weil RFID-Chips nicht nur in Etiketten auf Verpackungen, sondern teilweise auch unsichtbar in Kleidung eingearbeitet sind, beschäftigt die Technologie zunehmend auch Datenschützer. Unbemerkt überstehen die Chips hunderte von Waschgängen und senden jedes Mal eine eindeutige Seriennummer an das Lesegerät am Eingang des stationären Händlers.

Das Problem dabei: Weil die Chips ohne Probleme auch von Drittparteien ausgelesen werden können, lassen sich prinzipiell eindeutige Bewegungs- und Konsumprofile der Verbraucher erstellen. Werden die Daten gespeichert und ausgewertet, sind wir beim Thema Big Data angelangt, dass dem Verbraucher spätestens seit dem NSA-Skandal 2013 bewusst ist und mit News-Meldungen rund um Themen wie Microtargeting immer vertrauter wird. Umso verwunderlicher, dass sich manche Menschen bereits heute RFID-Chips unter die Haut einsetzen lassen, um Haustüren zu öffnen oder digitale Visitenkarten zu versenden. Auch Bezahlvorgänge können mit den implantierten Chips getätigt werden.

Bei so viel gefühlter Science-Fiction, die für viele Menschen weltweit längst Realität ist, dürften bei RFID-Etiketten die Vorteile in der Wahrnehmung von Verbrauchern überwiegen

Quellen & Verweise

https://www.handelsblatt.com/technik/medizin/rfid-funkchips-fuer-das-krankenhaus-der-zukunft-seite-2/2731124-2.html

https://www.ecowoman.de/1-blog/5495-bezahlen-per-mikrochip-rfid-chip-unter-der-haut-machts-moeglich

https://praxistipps.chip.de/rfid-radio-frequency-identification-einfach-erklaert_101252

https://www.sueddeutsche.de/digital/rfid-chips-daten-die-unter-die-haut-gehen-1.913127

https://etiketten.shop/Etiketten/

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