Politik

Kramp-Karrenbauer will Frauen in der CDU mehr Einfluss verschaffen

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  • 9. November 2018, 17:25 Uhr
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Merz, Kramp-Karrenbauer und Spahn (von links) Bild: AFP

CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer will den Einfluss von Frauen in ihrer Partei deutlich stärken. Das sagte sie beim ersten gemeinsamen Auftritt der drei aussichtsreichsten Bewerber um den CDU-Vorsitz in Berlin, zu dem die Frauen-Union eingeladen hatte.

Zum Auftakt des Wettkampfs um den CDU-Parteivorsitz hat sich Annegret Kramp-Karrenbauer für mehr Einfluss von Frauen in der Partei stark gemacht. Beim Frauenanteil in der CDU sei "noch viel Luft nach oben", sagte sie am Freitag beim ersten gemeinsamen Auftritt der drei aussichtsreichsten Bewerber um den CDU-Vorsitz in Berlin. Die erste Regionalkonferenz, bei der sich Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich Merz den Fragen der Basis stellen, findet am kommenden Donnerstag in Lübeck statt.

Zu dem ersten Termin bei einer CDU-Vereinigung der drei prominenten Anwärter auf die Nachfolge von Angela Merkel hatte die Frauen-Union eingeladen. Der Bundesvorstand wolle beim anschließenden Gespräch mit den drei Bewerbern hören, wie diese den Einfluss von Frauen in Partei, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft weiter stärken wollten, formulierte die Vorsitzende Annette Widmann-Mauz ihre Erwartungen.

Die Frauen-Union hat CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer als Kandidatin für den Parteivorsitz nominiert. Mit etwa 155.000 Mitgliedern ist sie die größte Vereinigung in der CDU. Die CDU hat nur 26 Prozent weibliche Mitglieder.

Die Lebensumstände und Themen von Frauen müssten eine politische Heimat in der CDU finden, forderte Kramp-Karrenbauer und nannte Digitalisierung sowie Sicherheit als Beispiele; die Frage des sozialen Zusammenhalts sei "sowieso eine ureigene Kompetenz von uns Frauen". Gegen oder ohne Frauen sei keine Wahl zu gewinnen, mahnte die frühere saarländische Ministerpräsidentin.

Spahn sagte, als Gesundheitsminister habe er "einen ganz anderen Blick" auf Themen bekommen, die Frauen bewegten, weil das Gesundheitswesen maßgeblich von Millionen von Frauen getragen werde. Als Beispiel nannte er die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Spahn hob vor allem hervor, es gelte nun für die CDU, ein neues Kapitel aufzuschlagen und einen Neustart zu wagen. Die Umfragen zeigten, dass die Partei Vertrauen zurückgewinnen müsse. Es gehe darum, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden könne.

Ex-Unionsfraktionschef Merz sagte, es gebe zwar Fortschritte bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, doch sei die Lage weiterhin nicht zufriedenstellend. Er wolle bei diesem ersten Gespräch aber auch über andere Themen wie die nationale und internationale Lage sprechen.

Sowohl Merz als auch Spahn versicherten in Interviews, sie wollten im Falle ihrer Wahl gut mit Bundeskanzlerin Merkel zusammenarbeiten. "Ich würde mit ihr als Vorsitzender so vertrauensvoll zusammenarbeiten wie bisher", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Merz sicherte Merkel in einem Telefonat Anfang der Woche seine Unterstützung zu, wie der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe berichtet. Merkel gibt nach 18 Jahren den CDU-Vorsitz ab. Sie hat aber angekündigt, bis 2021 Regierungschefin bleiben zu wollen.

Weitere Regionalkonferenzen finden in Mainz, im thüringischen Seebach, Halle an der Saale, Böblingen, Düsseldorf und Bremen statt. Der achte und letzte Termin ist am 30. November in Berlin.

Laut ZDF-"Politbarometer" sind 31 Prozent aller Befragten für Kramp-Karrenbauer als neue CDU-Chefin, bei den Unions-Anhängern sind es 35 Prozent. Der zuletzt in der Wirtschaft tätige Merz kommt auf 25  beziehungsweise 33 Prozent Zustimmung. Für Spahn sind hingegen nur sechs Prozent aller Befragten und sieben Prozent der Unions-Anhänger. Über die Merkel-Nachfolge entscheidet ein Bundesparteitag am 7. bis 8. Dezember in Hamburg.

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