Politik

Friedliche Proteste gegen AfD-Parteitag in Magdeburg

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  • 17. November 2018, 16:18 Uhr
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Proteste am Rande des AfD-Parteitags in Magdeburg Bild: AFP

In Magdeburg am haben Samstag mehrere hundert Menschen gegen den AfD-Parteitag in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt protestiert. Die Kundgebung stand unter dem Motto '#ausgehetzt! Für ein solidarisches Europa'.

Mehrere hundert Menschen haben am Samstag in Magdeburg gegen den AfD-Parteitag protestiert. Die Kundgebung in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt stand unter dem Motto "#ausgehetzt! Für ein solidarisches Europa". Die Polizei schätzte die Anzahl der Teilnehmer auf etwa 450, die Veranstalter sprachen von zwischenzeitlich bis zu 1000 Demonstranten.

Die Teilnehmer wollten mit ihrer Kundgebung nach eigenen Angaben "ein starkes Zeichen für ein offenes Europa setzen". Der gesellschaftlichen Spaltung "durch rechten Populismus und Hetze gegen Minderheiten" müsse Einhalt geboten werden, hieß es in dem Aufruf. Nach einer Kundgebung am Opernplatz zogen die Demonstranten in Richtung des AfD-Parteitags.

Die Veranstaltung verlief ohne Zwischenfälle, wie die Polizei nach Abschluss mitteilte. Die Organisatoren zeigten sich zufrieden: "Wir haben ein friedliches Zeichen gesetzt gegen den AfD-Parteitag", sagte ein Sprecher.

Die AfD war am Freitag zu ihrem Europaparteitag in Magdeburg zusammengekommen. Am Freitagabend hatte der Parteitag den AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen zum Spitzenkandidaten für die Europawahl gewählt. Auf Platz zwei der Liste tritt der Essener AfD-Politiker Guido Reil an. Er war 2016 wegen der Flüchtlingspolitik der großen Koalition nach 26 Jahren aus der SPD ausgetreten. Reil ist Bergmann und Mitglied des AfD-Bundesvorstands.

Bei dem bis Montag dauernden Parteitag will die AfD insgesamt 40 Listenplätze besetzen. Intern wird damit gerechnet, dass die Partei bei der Europawahl im Mai 2019 etwa 20 Mandate erringen könnte. Bei der Wahl 2014 errang sie sieben Sitze, infolge der Spaltung und weiterer Führungskämpfe der Partei blieb nur ein Mandat bei der AfD, das Meuthen innehat. Ihr Europawahlprogramm will die AfD bei einem weiteren Parteitag im Januar beschließen.

Zu einem Zwischenfall am Rande des Parteitags kam es am Freitagabend, als ein Taxi mit vier Teilnehmern des AfD-Parteitags vor einem Magdeburger Hotel vorfuhr. Beim Aussteigen wurde laut Polizei einer der Insassen von sieben bis acht Vermummten angesprochen und gefragt, ob er AfD-Mitglied sei. Der Angesprochene setzte sich daraufhin wieder in das Taxi. Die Vermummten zerschlugen nach Angaben der Polizei die Heckscheibe des Wagens. Es gab keine Verletzten.

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