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Grüne kritisieren zum Fahrplanwechsel "Ticketwirrwarr" und Ineffizienz bei Bahn

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ICE der Deutschen Bahn Bild: AFP

Zum Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn üben die Grünen scharfe Kritik am Ticketsystem und den Strukturen des Unternehmens. 'Das Ticketsystem versteht kaum ein Fahrgast', erklärte Fraktionschef Anton Hofreiter.

Zum Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn üben die Grünen scharfe Kritik am Ticketsystem und den Unternehmensstrukturen. "Das Ticketsystem versteht kaum ein Fahrgast", erklärte Fraktionschef Anton Hofreiter am Samstag. Zudem würden Steuergelder von ineffizienten Strukturen verschlungen. Wie die "Welt am Sonntag" berichtete, verlangen Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat eine umfassende Reform des Konzerns.

Der neue Fahrplan der Bahn trat am Sonntag in Kraft. Er bringt für die Kunden mehr Züge, aber auch höhere Preise. 

"Die Anzahl der neuen Züge kann man an einer Hand ablesen", kritisierte Hofreiter. Gebraucht werde ein Neustart für die Bahn. Bundesregierung und Bahnvorstand müssen "das zersplitterte Zuständigkeits-Chaos von vielen kleinen Tochtergesellschaften" beenden. Nur so könnten das Schienennetz und das Wagenangebot rasch auf Vordermann gebracht werden. 

Außerdem sei es höchste Zeit, "das Ticketwirrwarr zu entflechten". "Das günstigste Ticket muss jeder auf einen Blick erfassen können - am Automaten und im Internet", forderte Hofreiter. Um Tickets günstiger zu machen, wolle seine Partei den Mehrwertsteuersatz auf Bahn-Tickets auf sieben Prozent senken.

Laut "WamS" verlangen die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat eine grundsätzliche und weitgehende Reform des Konzerns, einschließlich eines Umbaus des Konzernvorstands. "Eines der zurzeit gravierendsten Probleme ist der fehlende ganzheitliche Ansatz im Personenverkehr", zitierte die Zeitung aus einem Brief des stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Chefs der Bahngewerkschaft EVG, Alexander Kirchner. 

Verschiedene Geschäftsbereiche im Konzern arbeiteten aneinander vorbei, die Geschäftsfelder DB Fernverkehr und Region würden "unabhängig voneinander Strategien und Planungen entwickeln", sagte Kirchner. Neue Strukturen müssten geschaffen werden.

"Es ist aus unserer Sicht, auch als Konsequenz Ihrer eigenen Bewertungen erforderlich, jetzt den Konzernvorstand neu aufzustellen", zitierte die Zeitung weiter aus dem Brief an Bahnchef Richard Lutz. Kirchner ziele damit auf Personenverkehrsvorstand Berthold Huber, schrieb die "Welt am Sonntag".

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