Russland

Zum zweiten Mal lebenslange Haft für sibirischen Serienmörder von Frauen

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Serienmörder Popkow während seines Prozesses in Irkutsk Bild: AFP

Ein Gericht im sibirischen Irkutsk hat am Montag einen ehemaligen Polizisten wegen 56 Morden schuldig gesprochen. Der bereits zuvor wegen 22 Frauenmorden zu lebenslanger Haft verurteilte Mann ist damit Russlands Serienmörder Nummer eins.

Ein ehemaliger Polizist nahm in Sibirien Frauen nachts im Auto mit, vergewaltigte und ermordete sie - am Montag verurteilte ihn ein Gericht in Irkutsk wegen 56 Morden zum zweiten Mal zu lebenslanger Haft. Der bereits 2015 wegen 22 anderer Frauenmorde zu lebenslanger Haft verurteilte und inhaftierte Mann ist damit Russlands berüchtigster Serienmörder.

Die weiteren 56 Morde verübte Michail Popkow zwischen 1992 und 2007, wie die Irkutsker Staatsanwaltschaft erklärte. Sie warf ihm eine "pathologische Lust am Töten von Menschen" vor. Ermittler bezeichneten den grauhaarigen Mann als einen vom Töten besessenen "Verrückten". Trotzdem wurde der Angeklagte als zurechnungsfähig eingestuft.

Seine Opfer lockte der ehemalige Polizeibeamte in seiner Freizeit unter anderem mit dem Angebot nächtlicher Fahrten im Polizeiauto nahe seiner Heimatstadt Angarsk bei Irkutsk. Er tötete sie dem Gericht zufolge mit einem Hammer, einer Axt oder mit anderen Waffen. Die Leichen verscharrte er im Wald, am Straßenrand und auf einem Friedhof. Zehn seiner Opfer vergewaltigte der Mann nach Überzeugung des Gerichts.

Der 54-jährige Popkow selbst stellte sich als Tugendwächter dar, der seine Stadt von Prostituierten "säubern" wollte. Die meisten Opfer waren Frauen im Alter zwischen 16 und 40 Jahren.

Bereits 2015 war der ehemalige Beamte wegen Mordes an 22 Frauen verurteilt worden. Später gestand er 59 weitere Morde, in 56 Fällen wurde er nun schuldig gesprochen. Drei Morde konnten ihm die Ermittler nicht nachweisen, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete.

Die Mordserie hatte Angarsk über Jahre hinweg in Atem gehalten. Die Ermittler hatten schon früh vermutet, dass ein Polizist hinter den Verbrechen stecken könnte, weil er kaum Spuren hinterließ. Um den Täter zu finden, ordneten die Behörden einen Massengentest an. Überprüft wurden vor allem Besitzer von Autos, zu denen die Reifenspuren an den Tatorten passten.

Wie russische Medien unter Berufung auf ehemalige Kollegen berichteten, war der Mörder an den Ermittlungen zu einigen seiner Verbrechen selbst beteiligt. Er wurde schließlich 2012 in Wladiwostok gefasst, wo er ein Auto kaufen wollte. Seine Haftstrafe verbüßte er in einem speziellen Straflager für ehemalige Ordnungshüter. Jetzt soll er in ein Gefängnis eingeliefert werden, das lebenslänglich Inhaftierten vorbehalten ist.   

2007 war in Russland der Serienmörder Alexander Pitschuschkin wegen 48-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte nach eigenen Angaben geplant, 64 Menschen zu töten - so viele wie ein Schachbrett Felder hat. 

Laut Anklage wollte er auch die Opferzahl des 1992 zum Tode verurteilten und hingerichteten Serienmörders Andrej Tschikatilo übertreffen, der zu Sowjetzeiten 52 Kinder und Jugendliche umbrachte.

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