Straßenverkehr

Traton-Chef: Keine wirkliche Alternative zum Diesel bei Lastwagen

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München - Traton-Chef Andreas Renschler sieht keine wirkliche Alternative zum Diesel bei Lastwagen. Deshalb werde es den auf Effizienz getrimmten Diesel im Fernverkehr noch lange geben, sagte Renschler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben).

"Anders sieht es bei Stadtbussen und Verteilerfahrzeugen aus, auf Strecken unter 200 Kilometern und in der Stadt. Hier kann der Elektroantrieb eine gute Alternative sein." In der Traton AG hat VW seine Lastwagenmarken MAN, Scania und Caminhões e Ônibus gebündelt. Renschler ist im VW-Vorstand für Nutzfahrzeuge verantwortlich. "Für die wirtschaftliche Nutzung von Elektroantrieb der schweren Lkw auf der Langstrecke sind die Batterien noch nicht ausgereift genug", sagte Renschler. Es fehle auch an Ladeinfrastruktur. Aus seiner Sicht könnten Flüssig- und normales Gas oder Biokraftstoffe den Diesel ersetzen. "Aber auch hier brauchen wir die Infrastruktur", sagte der Traton-Chef. Die Chinesen und der US-Elektroauto-Pionier Elon Musk treiben die Elektromobilität voran. Dass sie auch die deutsche Autoindustrie vor sich hertreiben, sieht Renschler aber nicht. Die deutschen Hersteller führten eher vorweg, denn hinterher. Allein ein Drittel der in den letzten zehn Jahren weltweit angemeldeten Patente für Elektro-Antriebe bei Nutzfahrzeugen stamme von deutschen Herstellern, belege eine aktuelle Studie, sagte er. "Die drei Traton-Marken beispielsweise haben insgesamt rund 2.000 Patente für E-Antriebe, vernetztes und autonomes Fahren. Und wir bringen unsere Patente auch auf die Straße." Lastwagen werden nach Ansicht von Renschler so schnell nicht autonom auf deutschen Straßen unterwegs sein - trotz vieler Tests. Es werde Jahre dauern, bis das auf der Straße zur Regel wird, sagte er. Der Konzern startet in Norddeutschland bald einen neuen Versuch: "Ab 2020 testet MAN auf der A 7 zwischen Soltau und Hamburg automatisiertes Lkw-Fahren. Am Verladeterminal in Hamburg angekommen steigt dann der Fahrer aus, der Lkw fährt ohne ihn weiter, wird automatisch entladen und kehrt zum Fahrer zurück." Das Aus für den Lastwagenfahrer sieht Renschler durch autonome Lkw nicht kommen, die Technologie könne eher helfen. "Allein in Deutschland fehlen heute schon rund 45.000 Fahrer. Die Branche hat große Nachwuchssorgen - autonomes Fahren wird hier langfristig eher helfen können, an manchen Stellen Lücken zu schließen", sagte er.

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