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Verhandlungen zwischen Bahn und Gewerkschaften in heiße Phase getreten

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Hauptbahnhof Hannover Bild: AFP

Die Lokführergewerkschaft GDL hat die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert erklärt. Die Bahn will indes im Laufe des Vormittags ein neues Angebot vorlegen.

Im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und den Gewerkschaften EVG und GDL sind die Verhandlungen am Mittwoch in die heiße Phase getreten. "Im Laufe des Tages" wollte die Bahn nach eigenen Angaben den beiden Gewerkschaften ein "neues, verbessertes Angebot" vorlegen. Noch am Morgen hatte die Lokführergewerkschaft GDL die Tarifverhandlungen mit der Bahn wegen eines fehlenden neuen Angebots für gescheitert erklärt. Die EVG setzte ihre Gespräche mit der Bahn fort.

Seit rund zwei Monaten seien alle Seiten in "intensiven Verhandlungen" und hätten bereits "eine ganze Reihe von Teileinigungen erzielt", sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler am Mittwoch in Berlin. Er gehe nun davon aus, dass die Bahn mit einem verbesserten Angebot auch mit der GDL den "Gesprächsfaden wieder aufnehmen" könne.

Noch am Morgen hatte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. "Wir hatten den Arbeitgeber gestern aufgefordert, bis heute neun Uhr ein verbessertes Angebot vorzulegen", sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky in Eisenach. "Das ist nicht geschehen." Ein Sprecher der Gewerkschaft fügte hinzu, wenn die Bahn ein Angebot vorlege, werde die GDL darüber befinden, ob es annehmbar sei oder nicht. Streiks der GDL sind indes bis zum Jahresende ausgeschlossen.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte hingegen am Montagmorgen mit bundesweiten Warnstreiks ihren Forderungen Nachdruck verliehen. Am Dienstagabend vertagte sie ihre Verhandlungen mit der Bahn, am Mittwoch wurden diese um 11.00 Uhr fortgesetzt. Die EVG strebe nach wie vor einen "Abschluss am Verhandlungstisch an", hieß es.

Beide Gewerkschaften fordern 7,5 Prozent mehr Geld und den Ausbau eines 2016 vereinbarten Wahlmodells, bei dem Beschäftigte zwischen Lohnerhöhung, Arbeitszeitverkürzung und mehr Urlaub wählen können. Insgesamt geht es um rund 160.000 Beschäftigte.

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