Großbritannien

Deutsche Wirtschaft besorgt wegen Brexit-Chaos

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Premierministerin May vor ihrem Amtssitz Bild: AFP

Die deutsche Wirtschaft hat sich besorgt zum neuerlichen Chaos rund um den Brexit geäußert. 'Mit dem erneuten Verschieben notwendiger Entscheidungen haben die Briten ein No-Deal-Szenario wahrscheinlicher gemacht', sagte DIHK-Präsident Schweitzer.

Die deutsche Wirtschaft hat sich besorgt zum neuerlichen Chaos rund um den Brexit geäußert. "Mit dem erneuten Verschieben notwendiger Entscheidungen haben die Briten ein No-Deal-Szenario wahrscheinlicher gemacht", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer der "Rheinischen Post" vom Mittwoch. "Die deutschen Unternehmen tun gut daran, sich konkret auf den ungeregelten Ausstieg Großbritanniens einzustellen."

Die britische Premierministerin Theresa May hatte am Montag eine für Dienstag geplante Abstimmung über den Brexit-Vertrag im Unterhaus vorschoben, um eine drohende Ablehnung zu vermeiden. Danach war sie zu Gesprächen über mögliche Nachbesserungen an dem Abkommen auf den Kontinent gereist. Die EU schließt jedoch Nachverhandlungen an dem Abkommen kategorisch aus. Am Mittwoch kündigte Mays eigene Partei, die konservativen Tories, ein Misstrauensvotum gegen die Vorsitzende an.

Der deutsche Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer warnte vor einem drohenden Desaster für die britische Wirtschaft. "Ich befürchte, dass in Großbritannien ganze Branchen durch einen ungeordneten Brexit in existenzielle wirtschaftliche Nöte geraten könnten", sagte der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der "Augsburger Allgemeinen" vom Mittwoch. Deutschland werde dadurch aber nicht "in existenzielle Nöte" geraten. "Für England ist die Europäische Union der Handelspartner Nummer eins, umgekehrt ist für Deutschland Großbritannien ein wichtiger Handelspartner von vielen".

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