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Allianz-Chef will Freihandels-Beschränkung

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Allianz-Zentraledts

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München - Allianz-Chef Oliver Bäte hat sich für eine stärkere Regulierung des deutschen Außenhandels ausgesprochen: "Freihandel birgt schließlich auch viele Risiken", sagte er der "Welt am Sonntag". "Wir brauchen eine industriepolitische Strategie", so Bäte weiter.

Es sei naiv zu glauben, dass die freien Kräfte des Marktes alle Probleme lösten. Die Bundesregierung plant aktuell eine Verschärfung der Außenwirtschaftsverordnung, mit der Käufe durch ausländische Unternehmen stärker kontrolliert werden können. Auslöser seien Fälle wie die Übernahme des Roboterbauers Kuka oder der Einstieg des chinesischen Investors Geely bei Daimler. "Ich würde den Chinesen nicht vorwerfen, dass sie gerne Hochtechnologie kaufen", sagte Bäte. "Vielmehr müssen wir uns als Gesellschaft in Deutschland und auch in Europa überlegen: In welchen Bereichen möchten wir gerne kompletten Freihandel und Wettbewerb und in welchen Bereichen nicht?", so der Allianz-Chef weiter. Man solle grundsätzlich darüber nachdenken, welche Sektoren im Hinblick auf Technologie, Beschäftigung und andere Themen strategisch wichtig seien - und dies dann mit den Handelspartnern klar besprechen. "Egal ob Chinesen oder amerikanische Partner, wichtig sind klare Regeln, die sich nicht ändern", so Bäte. Der Frage, wie viele Stellen die Allianz im Zuge der Digitalisierung streichen werde, wich er aus. Diese Frage sei für ihn nicht relevant. "Wichtiger ist dem Mitarbeiter doch: Hat die Allianz einen klaren, langfristigen Plan, der es mir erlaubt eine Lebensplanung zu machen, von der ich weiß, wann und wie mein Job von technologischer Veränderung betroffen sein wird?", sagte Bäte der "Welt am Sonntag". Die Allianz unterstütze ihre Mitarbeiter dabei, in oder außerhalb der Allianz eine Beschäftigung zu finden. "Unsere Aufgabe ist es aber nicht, einen bestimmten Job zu garantieren. Das kann selbst die öffentliche Verwaltung nicht", so Bäte.

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