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Christian Berkel will mit seinem Buch Familientabus aufbrechen

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  • 18. Dezember 2018, 11:54 Uhr
  • dts
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Christian Berkeldts

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Berlin - Der Schauspieler Christian Berkel glaubt, dass seine Mutter sich nicht mit ihrer jüdischen Herkunft beschäftigen wollte. "Für mich war es schon als Kind spürbar, dass es da starke Tabus gab", sagte er dem "Zeitmagazin".

Auch miteinander hätten seine Eltern "nie über dieses Thema geredet, auch nicht über die harten Zeiten im Krieg oder über die Zeit, die mein Vater in russischer Gefangenschaft verbracht hat". Das seien einfach blinde Flecken gewesen. "Mein Leben kam mir irgendwann vor wie ein Buch, aus dem man einzelne Kapitel herausgerissen hatte." Deshalb habe er vor einigen Jahren angefangen, seine Mutter zu interviewen: "Die Gespräche kippten dann oft in eine sehr merkwürdige Richtung", so Berkel.

"In dem Buch, das aus diesen Gesprächen entstanden ist, habe ich offengelassen, ob das Anzeichen einer Demenzerkrankung waren oder etwas Wahnhaftes dahintersteckte. Vielleicht war es auch eine Mischung aus beidem." Berkel ist mütterlicherseits jüdischer Abstammung, wurde aber katholisch getauft. In dem für den Oscar nominierten Kinofilm "Der Untergang" spielte er einen SS-Arzt.


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