USA

Volkswagen und Ford schließen Vereinbarungen zur Zusammenarbeit

  • AFP
  • In UMWELT
  • 15. Januar 2019, 18:47 Uhr
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Ford und Volkswagen schmieden eine globale Allianz Bild: AFP

Volkswagen und Ford haben erste offizielle Vereinbarungen zu ihrer künftigen Zusammenarbeit geschlossen. Als erster Schritt ist die gemeinsame Entwicklung von mittelgroßen Pick-ups geplant. Details zur Kooperation bei Elektroautos und beim autonomen Fahren nannten beide Unternehmen aber noch nicht.

Volkswagen und Ford haben erste offizielle Vereinbarungen zu ihrer künftigen Zusammenarbeit geschlossen. Als erster Schritt ist die gemeinsame Entwicklung von mittelgroßen Pick-ups - also Geländewagen mit offener Ladefläche - geplant, wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten. Lob ernteten die Wolfsburger unterdessen von US-Präsident Donald Trump für ihre bereits am Vortag verkündeten Pläne, im US-Bundesstaat Tennessee ein Werk für Elektroautos zu errichten.

Neben Pick-ups sowie größeren Transportern und einem Lieferwagen für den Stadtverkehr wollen Volkswagen und Ford im Rahmen ihrer schon seit längerem angekündigten globalen Allianz auch bei Zukunftstechnologien wie dem autonomen Fahren und Elektrofahrzeugen zusammenarbeiten. Näheres dazu wurde aber weiterhin noch nicht bekanntgegeben. 

Eine gemeinsame Pressekonferenz während der Auto-Messe in Detroit wurde kurzfristig abgesagt. Es gebe noch nicht ausreichend "Details", sagte ein Ford-Sprecher. Volkswagen-Vorstandschef Herbert Diess und sein Ford-Kollege Jim Hackett gaben am Dienstag zum Thema Zukunftstechnologien in einem gemeinsamen Statement lediglich die Unterzeichnung einer Absichtserklärung bekannt. 

Demnach haben beide Unternehmen begonnen, eine Kooperation bei selbstfahrenden Fahrzeugen, Elektrowagen und Fahrdiensten auszuloten. An den Einzelheiten würden die Teams in den kommenden Monaten weiter arbeiten. Die Verhandlungen über die Allianz der beiden Konzerne hatten vor rund einem halben Jahr begonnen.

Diess bezeichnete das Bündnis mit Ford als "wichtigen Eckpfeiler, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern". Hackett erklärte, die Zusammenarbeit werde "zu einer signifikanten Steigerung der Effizienz" führen. Ford hatte in der vergangenen Woche eine deutliche Reduzierung seiner Produktion in Europa und die dortige Streichung von tausenden Stellen angekündigt.

Hackett betonte nun auch, die Kooperation mit Volkswagen werde es beiden Unternehmen ermöglichen, "die neue Ära der Mobilität mit zu prägen". Autonomes Fahren und Elektrofahrzeuge sind Sektoren, die gewaltiger Investitionen bedürfen und bei denen die klassischen Autobauer mit Unternehmen des kalifornischen Silicon Valley konkurrieren.

Hinsichtlich der Zusammenarbeit bei den konventionellen Fahrzeugen kündigten Diess und Hackett an, dass die gemeinsamen Pick-ups voraussichtlich ab dem Jahr 2022 auf den Markt kommen sollen. 

Ferner plant Ford den Angaben zufolge für denselben Zeitrahmen die Entwicklung und Produktion von größeren Transportern für beide Unternehmen. Volkswagen will dann seinerseits für beide Partner einen sogenannten City Van, also einen Stadtlieferwagen, herausbringen. 

In die Elektroauto-Fabrik in Chattanooga in Tennessee will Volkswagen wiederum rund 700 Millionen Euro investieren. Durch das neue Werk sollen den Unternehmensangaben zufolge bis zu tausend neue VW-Jobs entstehen. 

Als "großen Gewinn" begrüßte Trump das neue VW-Werk. "Gratulation für Chattanooga und Tennessee zu einem gut gemachten Job", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. 

Volkswagen sieht das Werk sowie seine Allianz mit Ford auch als Argument gegen die von Trump angedrohten Strafzölle auf europäische Autoimporte von 25 Prozent. Anfang Dezember hatte Diess zusammen mit Daimler-Chef Dieter Zetsche und BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter mit Trump im Weißen Haus gesprochen. Diess verkündete danach, es sei "ein großer Schritt vorwärts" getan worden, um die Zölle zu vermeiden. Zurückgenommen hat Trump seine Drohung mit den Zöllen aber nicht.

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