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Horst Seehofer will im Ruhestand seine Memoiren schreiben

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  • In POLITIK
  • 16. Januar 2019, 10:13 Uhr
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Horst Seehofer Bild: AFP

Der scheidende CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will im Ruhestand seine Memoiren schreiben. Er habe 'von der ersten Minute' seiner langen politischen Laufbahn alles für solch ein Erinnerungsbuch Wichtige gesammelt.

Der scheidende CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will im Ruhestand seine Memoiren schreiben. Er habe nicht die geringste Angst vor dem Ruhestand, sagte der 69 Jahre alte Bundesinnenminister der "Augsburger Allgemeinen" vom Mittwoch. "Auch dann könnte ich mir noch einiges vorstellen - etwa, dass ich meine Erfahrungen aus fast 40 Jahren Politik in Buchform fasse."

Seehofer sagte, er habe "von der ersten Minute" seiner langen politischen Laufbahn alles für solch ein Erinnerungsbuch Wichtige gesammelt. "Ich bekomme heute noch von der Pressestelle zum Abschluss eines Jahres die wichtigsten Zeitungsartikel, so dass ich alles Wesentliche lückenlos authentisch habe und ich mich nicht nur auf mein Gedächtnis verlassen muss." Über seine Jahre als Bundesgesundheitsminister stünden "Riesenbände" bei ihm im heimischen Keller.

Der Bundesinnenminister will sich für seine Memoiren aber einen Ghostwriter suchen. "Zwar bin ich auch des Schreibens mächtig, aber das muss ein Profi machen, der die Informationen einfach verständlich und doch spannend verarbeitet - ich will keine Memoiren, die vor Langeweile und Selbstbeweihräucherung strotzen."

Seehofer kündigte auch an, sich nach seinem allerdings noch nicht terminierten endgültigen Ausscheiden nicht mehr in die Alltagspolitik einmischen zu wollen. "Ich habe ja als Parteivorsitzender drei Ex-Parteivorsitzende erlebt, und aus dieser Erfahrung heraus möchte ich mich als vierter ehemaliger Parteivorsitzender nicht in die aktive Arbeit meines Nachfolgers einmischen."

Seine Vorgänger Erwin Huber, Edmund Stoiber und Theo Waigel hatten sich immer wieder zu Wort gemeldet und dabei auch Seehofer kritisiert. Er habe das Einmischen "bisweilen als belastend empfunden", sagte dieser.

Seehofers Amtszeit als CSU-Chef endet am Samstag vorzeitig, seine Partei drängte ihn nach den Stimmverlusten bei der Bundestagswahl zum Rückzug. Nachfolgen soll ihm Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Nachdem er zwischenzeitlich auch den Rückzug vom Amt des Bundesinnenministers anbot, steht dieser Posten allerdings derzeit nicht zur Disposition.

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