Gesellschaft

Frauenanteil in Aufsichtsräten großer deutscher Konzerne steigt auf 27 Prozent

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Frau im Gebäude einer Konzernzentrale Bild: AFP

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten großer deutscher Unternehmen ist einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge gestiegen. Bei den 200 umsatzstärksten Firmen stieg er im vergangenen Jahr auf 27 Prozent.

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten großer deutscher Unternehmen ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen: Bei den 200 umsatzstärksten Firmen kletterte er 2018 um mehr als zwei Punkte auf 27 Prozent, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ermittelte. Allerdings täten viele Konzerne nicht mehr als gesetzlich notwendig, kritisierte das DIW. Das Familienministerium zeigte sich nur halb zufrieden.

Das DIW untersucht jährlich den Frauenanteil in den Kontrollgremien der größten Konzerne. In den 100 größten deutschen Unternehmen stieg der Frauenanteil dem neuen Managerinnen-Barometer zufolge sogar um mehr als drei Prozentpunkte auf gut 28 Prozent. Die in Deutschland seit 2016 geltende Geschlechterquote für Aufsichtsräte zeige Wirkung, erklärte das DIW. 

Jedoch: Es gebe "erste Hinweise" darauf, dass die Firmen ihre Anstrengungen "deutlich zurückfahren", sobald sie die 30-Prozent-Marke erreicht hätten, erklärten die Forscher. So stagniere der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 30 größten börsennotierten Unternehmen, von denen die meisten an die Geschlechterquote gebunden sind und viele diese Quote bereits erfüllen, bei einem Drittel.

Außerdem strahlt die Quote für Aufsichtsräte nach Angaben des DIW "zumindest kurzfristig" noch nicht auf die Vorstandsebene aus. Der Frauenanteil in den Führungsetagen lag bei den an die Quote gebundenen Unternehmen Ende 2018 bei 8,5 Prozent - nur etwa ein halber Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Die 100 umsatzstärksten Firmen knackten 2018 zwar die Zehn-Prozent-Marke, die Entwicklung laufe aber "auf niedrigem Niveau im Schneckentempo".

Elke Holst, DIW-Forschungsdirektorin für Gender Studies, riet den Unternehmen, sich im eigenen Interesse "ambitioniertere Ziele" für mehr Frauen in Vorständen zu setzen. Nur so könnten sie Rufen nach weiteren verbindlichen Quotenregeln den Wind aus den Segeln nehmen. "Die Wirtschaft hat es selbst in der Hand."

Ein Sprecher des SPD-geführten Familienministeriums sagte in Berlin, "einiges" sei erreicht worden. Bei Unternehmen ohne gesetzliche Quote liege der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten aber nur bei durchschnittlich 12,8 Prozent, in Vorständen bei 6,1 Prozent. Deshalb sei die Regierung "an der Stelle alles andere als zufrieden". 

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