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Vier US-Bürger bei IS-Anschlag in Nordsyrien getötet

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16 Tote bei IS-Anschlag in Nordsyrien Bild: AFP

Bei einem IS-Anschlag in Nordsyrien sind 16 Menschen getötet worden, unter ihnen vier US-Bürger. Zwei Soldaten, ein ziviler Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums und ein im Auftrag des Pentagon tätiger US-Bürger waren nach US-Angaben unter den Opfern.

Bei einem Selbstmordanschlag im Norden Syriens sind am Mittwoch 16 Menschen getötet worden, unter ihnen vier US-Bürger. Zwei US-Soldaten, ein ziviler Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums und ein im Auftrag des Pentagon tätiger US-Bürger seien während einer Routinepatrouille in Manbidsch getötet worden, teilte die US-Armee mit. Der Anschlag, den die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) für sich in Anspruch nahm, war der schwerste auf US-Soldaten in Syrien seit 2014.

Bei der Explosion nahe einem Restaurant seien außer den US-Bürgern sieben syrische Zivilisten und fünf kurdisch-arabische Kämpfer getötet worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die in Großbritannien ansässige Organisation bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind sie zumeist nicht zu überprüfen. 

Die IS-Miliz nahm den Anschlag über ihr Propaganda-Sprachrohr Amaq für sich in Anspruch. Laut Pentagon waren in den vergangenen Jahren zwei US-Soldaten bei zwei verschiedenen Angriffen in Syrien getötet worden.

US-Präsident Donald Trump hatte kurz vor Weihnachten angekündigt, alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, da die IS-Miliz besiegt sei. Berater und Verbündete warnten daraufhin, dass ein vorzeitiger Abzug ein Wiedererstarken der IS-Miliz nach sich ziehen könnte. Später relativierte Trump seine Entscheidung zum Abzug.

Trumps Vize Mike Pence verurteilte das Attentat am Mittwoch. Bei einem Treffen mit US-Botschaftern sagte er: "Wir werden in der Region bleiben und wir werden den Kampf fortsetzen um sicherzustellen, dass der IS sein hässliches Haupt nicht mehr hebt." Zugleich bekräftigte er die Abzugspläne für Syrien. Die USA könnten den Kampf dort nun in die Hände "unserer Koalitionspartner" legen.

Manbidsch war im Jahr 2016 von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) mit Unterstützung der internationalen Anti-IS-Koalition von den Dschihadisten erobert worden. Seitdem wird sie von der syrischen Kurdenmiliz und verbündeten arabischen Milizen kontrolliert. 

Die Türkei fordert seit langem den Abzug der YPG aus Manbidsch und droht seit Wochen immer wieder mit einer Offensive auf die Stadt. Ankara betrachtet die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation. Die USA unterstützt die YPG hingegen seit Jahren im Kampf gegen den IS.

Im Streit um den Umgang mit den syrischen Kurden fordert die USA mit Blick auf den geplanten Truppenabzug Garantien der Türkei zu ihrem Schutz. Trump hatte am Sonntag die Schaffung einer rund 30 Kilometer breiten "Sicherheitszone" in Nordsyrien ins Gespräch gebracht, sich aber weder zu ihrer Lage geäußert, noch von wem sie durchgesetzt werden sollte. 

Am Dienstag sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dann nach einem Telefonat mit Trump, sie hätten vereinbart, dass die Zone an der türkischen Grenze von der Türkei kontrolliert werde.

Bei den syrischen Kurden und Russland stößt die von Washington und Ankara angestrebte "Sicherheitszone" in Nordsyrien aber auf entschiedene Ablehnung. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Mittwoch, die kurdischen Gebiete müssten wieder unter Kontrolle der syrischen Regierung kommen. Ein syrischer Kurdenvertreter nannte eine Zone unter Kontrolle der Türkei "inakzeptabel".

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