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Linken-Politikerin setzt bei Organspende auf bessere Abläufe in den Kliniken

  • AFP
  • In POLITIK
  • 17. Januar 2019, 06:00 Uhr
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Organspende-Ausweise Bild: AFP

In der Diskussion über die Organspende setzt die Linken-Politikerin Kathrin Vogler auf bessere Abläufe in den Krankenhäusern: Gestärkt werden müssten etwa die Transplantationsbeauftragten, sagte Vogler der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag.

In der Diskussion über die Organspende setzt die Linken-Politikerin Kathrin Vogler auf bessere Abläufe in den Krankenhäusern: Gestärkt werden müssten etwa die Transplantationsbeauftragten, sagte Vogler der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag in Berlin. Mit der am Donnerstag erstmals im Bundestag zur Beratung anstehenden Gesetzesnovelle zur Transplantation habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zwar noch nicht "den Stein der Weisen", sagte Vogler. "Aber die Richtung stimmt."

Die Linken-Politikerin forderte Verbesserungen bei Erkennung, Diagnose und Meldung möglicher Organspender. "Ganz wichtig ist uns, dass ein zentrales staatliches Register eingeführt wird, mit dem die Entnahmekrankenhäuser rasch abfragen können, ob der Verstorbene seine Spendenbereitschaft erklärt hat."

Die Prozesse müssten optimiert werden, bevor über die mögliche Einführung einer Widerspruchslösung bei der Organspende entschieden werde. Spahns Gesetzentwurf zielt darauf ab, durch bessere Abläufe in den Kliniken die Zahl der Transplantationen zu erhöhen. 

Um dies zu erreichen, will er zusätzlich zum jetzt beratenen Gesetz in einer weiteren Neuregelung eine Widerspruchslösung einführen. Demnach würde jeder als potenzieller Spender behandelt, wenn er oder Angehörige dem nicht ausdrücklich widersprechen. Der Bundestag will darüber erst zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Vogler zählt zu den Kritikern der Widerspruchslösung, die einen anderen Weg beschreiten wollen. Eine fraktionsübergreifende Initiative sieht unter anderem vor, die Bürger bei der Ausgabe von Ausweisdokumenten auf die Möglichkeit der Organspende hinzuweisen. Dafür sollten sie Informationsmaterialen ausgehändigt bekommen. 

Die Zahl der Organspenden sind jahrelang zurückgegangen. Im vergangenen Jahr wurde dann aber ein Anstieg registriert, und zwar um 20 Prozent gegenüber 2017. 

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