Kolumbien

Neun Tote und 54 Verletzte bei Anschlag auf Polizeischule in Bogotá

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Sicherheitskräfte vor der Polizeischule in Bogotá Bild: AFP

Bei einem Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind nach Behördenangaben am Donnerstag mindestens neun Menschen getötet worden. 54 weitere seien durch die Autobombe verletzt worden, hieß es.

Bei einem Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind am Donnerstag neun Menschen getötet worden. 54 weitere seien durch die Autobombe in der General-Santander-Schule verletzt worden, teilten die Behörden mit. Staatschef Iván Duque verurteilte die Tat im Kurzbotschaftendienst Twitter als "elenden Terrorakt". Es war der schwerste Anschlag in Bogotá seit dem Friedensschluss mit der Farc-Guerilla 2016.

Das kolumbianische Verteidigungsministerium, dem die nationale Polizei unterstellt ist, erklärte, neun Menschen seien bei dem Attentat getötet worden. Laut Stadtverwaltung von Bogotá wurden insgesamt 54 Verletzte auf vier Krankenhäuser aufgeteilt. Wieviele Polizisten sich unter den Opfern befanden, wurde nicht mitgeteilt.

Generalstaatsanwalt Nestór Humberto Martínez machte später den Namen des Mannes öffentlich, der den Anschlag verübt haben soll. Er habe dafür 80 Kilogramm Sprengstoff verwendet. Ob er Verbindungen zu einer bewaffneten Gruppe hatte, wurde nicht mitgeteilt. Auch zu Mutmaßungen, dass er selbst bei dem Attentat starb, äußerten sich die Behörden nicht.

Der Anschlag war kurz nach einer Beförderungsfeier in der Polizeiakademie verübt worden. Auf Fernsehbildern von der Polizeischule waren das ausgebrannte Wrack eines Fahrzeugs und mehrere Krankenwagen zu sehen. Die Polizei riegelte den Anschlagsort ab, im gesamten Süden der kolumbianischen Hauptstadt war ein Großaufgebot von Sicherheitskräften im Einsatz.

Eine Mitarbeiterin des Sanitätsdienstes der Armee sagte im Radio, das Fahrzeug mit der Bombe sei "plötzlich" auf das Schulgelände gefahren, sofort danach sei die Explosion erfolgt. Eine Ladeninhaberin in der Nachbarschaft sagte, als sie ihr Geschäft habe öffnen wollen, sei das Schaufenster zersprungen und grauer Rauch über der Polizeischule aufgestiegen. "Es war schrecklich, schrecklich, wie das Ende der Welt", sagte die 62-jährige Rosalba Jiménez.

Präsident Duque brach eine Reise in den Nordwesten des Landes ab und kehrte in die Hauptstadt zurück. "Wir Kolumbianer lehnen alle Terrorismus ab, und wir stehen zusammen im Kampf gegen ihn", schrieb er auf Twitter. Die Kolumbianer gäben der Gewalt nicht nach.

Duques Vorgänger Juan Manuel Santos hatte den jahrzehntelangen Guerilla-Krieg mit den linksgerichteten Farc-Rebellen im November 2016 mit einem Friedensabkommen beendet. Die Farc-Kämpfer gaben daraufhin ihre Waffen ab, mittlerweile tritt die Gruppe als politische Partei auf.

Die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit der Guerillagruppe ELN macht der rechtsgerichtete Duque von der Freilassung all ihrer Geiseln abhängig. Die Gruppe mit rund 1800 Kämpfern, die als die letzte Guerillagruppe des Landes gilt, spricht von "inakzeptablen unilateralen Bedingungen".

Am 29. Januar 2018 waren bei einem Autobomben-Anschlag im nordkolumbianischen Barranquila sechs Polizisten getötet und 40 weitere Menschen verletzt worden. Zu der Tat hatte sich die ELN bekannt. In Bogotá waren 2017 zwei Attentate verübt worden  - eins im Februar auf eine Patrouille, bei dem ein Polizist starb, und eins im Juni in einem Einkaufszentrum mit drei Toten. Zu dem ersten hatte sich die ELN bekannt, das zweite wurde der linksgerichteten Gruppe Revolutionäre Bewegung des Volkes zugeschrieben. 

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