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Verbraucherschützer kritisieren Datenschutzmängel bei sozialen Medien

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Berlin - Nutzer populärer sozialer Netzwerke können trotz der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nach wie vor kaum nachvollziehen, wie ihre Daten verarbeitet werden. "Auch unsere aktuellsten Marktwächterergebnisse zeigen Defizite bei der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung durch die Anbieter von Apps sozialer Medien", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, dem "Handelsblatt".

Im Zeitraum von Juni bis Juli 2018 seien Apps von Facebook, Instagram, Linkedin, Pinterest, Snapchat, Twitter, Whatsapp und Youtube untersucht worden. Dabei seien schriftliche Anfragen per E-Mail beziehungsweise über Kontaktformulare der Anbieter gestellt und die Nutzung von Datendownload-Tools geprüft worden, mit deren Hilfe Nutzer ihre selbst zur Verfügung gestellten Daten herunterladen können. Müller kritisierte die Datenschutzerklärungen der geprüften Dienste. Verbraucher könnten nach wie vor kaum nachvollziehen, wie ihre Daten verarbeitet werden.

"Die getesteten Anbieter informieren oft nicht ausreichend darüber, was mit den Daten der Nutzer geschieht", so der VZBV-Chef. Datenschutzrelevante Voreinstellungen, wie die DSGVO sie vorsehe, seien nicht immer datenschutzfreundlich gestaltet. Auch erhielten Nutzer nicht ausreichend Auskunft über ihre Daten. "Angemessene und vollständige Antworten gab es von keinem der acht geprüften Dienste", sagte Müller dem "Handelsblatt".

Der VZBV-Chef mahnte Konsequenzen an: "Die Vorgaben der DSGVO müssen konsequent von den Diensten umgesetzt und von den Aufsichtsbehörden überprüft werden." Hierfür müssten die Aufsichtsbehörden mit den erforderlichen Ressourcen ausgestattet werden, "um die Durchsetzung des Rechts und die damit verbundene Möglichkeit, im Einzelfall hohe Strafen bei Verstößen zu verhängen, sicherstellen zu können", so Müller.

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