Russland

Abrüstungsorganisation ruft Welt zur Rettung des INF-Vertrags auf

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Ican-Direktorin Beatrice Fihn Bild: AFP

Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) hat die mögliche Aufkündigung des INF-Abrüstungsvertrags durch die USA als 'äußerst gefährlich' bezeichnet.

Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) hat die mögliche Aufkündigung des INF-Abrüstungsvertrags durch die USA als "äußerst gefährlich" bezeichnet. Die Ican-Direktorin Beatrice Fihn sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag, die Welt müsse "aufhören, passiv zu sein". Das sei nicht nur die Angelegenheit des russischen Staatschefs Wladimir Putin und des US-Präsidenten Donald Trump, sondern eine "die ganze Welt betreffende Frage", bei der alle Regierungen eine Rolle zu spielen hätten.

Wenn die USA sich zurückzögen und der Vertrag hinfällig  werde, könnten Washington und Moskau die Mittelstreckenraketen an den Grenzen Europas stationieren, sagte Fihn. Trump hatte Ende Oktober den Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag angekündigt. Die USA setzten Russland eine Frist bis zum 2. Februar, um zu den Bestimmungen des Vertrags zurückzukehren. Nach Ansicht Washingtons und der Nato verstößt Russland mit seinem Raketensystem 9M729 gegen den 1987 geschlossenen Vertrag. Dieser verpflichtet die USA und die Nachfolgestaaten der Sowjetunion zur Abschaffung aller landgestützten, atomar bestückbaren Mittelstreckenraketen mit Reichweiten über 500 Kilometern.

Moskau bestreitet, den Vertrag verletzt zu haben. Die russische Regierung sieht ihrerseits in der Stationierung des Raketenabwehrsystems MK41 in Rumänien durch die Nato einen Verstoß gegen das Abkommen.

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