Japan

Kein Durchbruch bei Verhandlungen zwischen Putin und Abe über Kurilen-Konflikt

  • AFP
  • In POLITIK
  • 22. Januar 2019, 21:12 Uhr
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Abe (l.) und Putin (r.) bei ihrem Treffen im Kreml Bild: AFP

Bei ihren Gesprächen über einen Friedensvertrag haben Russland und Japan keinen Durchbruch erzielt. Für den seit Jahrzehnten schwelenden Kurilen-Konflikt fanden Kreml-Chef Putin und Japans Regierungschef Abe bei ihrem Treffen in Moskau keine Lösung.

Bei ihren Gesprächen über einen Friedensvertrag haben Russland und Japan am Dienstag keinen Durchbruch erzielt. Für den seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt um die Kurilen-Inseln fanden Russlands Präsident Wladimir Putin und der japanische Regierungschef Shinzo Abe bei ihren Beratungen in Moskau keine Lösung. Es sei noch "Detailarbeit" nötig, um ein für beide Seiten akzeptables Abkommen zu erreichen, sagte Putin nach dem Treffen in Moskau. 

Der Streit um die Inselgruppe der Kurilen, die zum Ende des Zweiten Weltkriegs von der Sowjetunion besetzt worden war, hat bislang den Abschluss eines Friedensvertrages zwischen Tokio und Moskau verhindert - auch wenn beide Länder 1956 wieder diplomatische Beziehungen aufnahmen.

Putin nannte das Treffen mit Abe im Kreml "nützlich". Abe erklärte, für Februar seien weitere Verhandlungen über die Kurilen auf Ebene der Außenminister geplant. Die Lösung eines seit mehr als 70 Jahren schwelenden Konflikts "wird nicht einfach, aber wir müssen es angehen", fügte der japanische Regierungsschef hinzu. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, es sei wichtig, "gegenseitiges Vertrauen aufzubauen".

Moskau hatte verärgert auf Abes Neujahrsansprache reagiert, in der er dazu aufforderte, den auf den umstrittenen südlichen Kurilen-Inseln lebenden Russen dabei "zu helfen zu verstehen und zu akzeptieren, dass sich die Souveränität über ihre Gebiete ändern" werde. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte vergangene Woche, Japan solle aufhören, die Inseln in amtlichen Dokumenten "Nördliche Territorien" zu nennen. Außerdem bezeichnete er Tokios militärische Allianz mit den USA als problematisch.

Das Kurilen-Archipel verbindet die russische Halbinsel Kamtschatka mit der japanischen Insel Hokkaido im Pazifik. Die Sowjetunion besetzte die Kurilen-Inseln in den letzten Kriegstagen im August 1945. Drei Inseln im südlichsten Teil der Inselkette und eine ebenfalls dort gelegene Inselgruppe beansprucht Japan bis heute als zu seinem Territorium gehörend. 

In den 50er Jahren - vor Tokios Bündnis mit den USA - vereinbarten die Sowjetunion und Japan, dass im Fall eines noch abzuschließenden Friedensvertrags Moskau die Inseln Shikotan und die Inselgruppe Habomai an Japan übertragen könnte. Ob Russland dies immer noch vertritt, ist nicht klar.

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