2.ÜBERSICHT

Großkundgebungen von Anhängern und Gegnern Maduros in Venezuela begonnen

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Demonstration in Caracas Bild: AFP

In Venezuela haben die Großkundgebungen von Gegnern und Anhänger des umstrittenen sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro begonnen. Zehntausende Menschen gingen auf beiden Seiten am Mittwochvormittag in der Hauptstadt Caracas auf die Straße.

Überschattet von vier Todesfällen haben in Venezuela am Mittwoch  Großkundgebungen von Gegnern und Anhängern des umstrittenen sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro begonnen. Zehntausende Menschen gingen auf beiden Seiten am Vormittag (Ortszeit) in der venezolanischen Hauptstadt Caracas auf die Straße. Bei nächtlichen Protesten waren in dem südamerikanischen Krisenstaat zuvor vier Menschen ums Leben gekommen, darunter ein 16 Jahre alter Junge.

Der Jugendliche starb bei einer Versammlung in einem Arbeiterviertel im Osten der Hauptstadt, wie die Nichtregierungsorganisation Beobachtungsstelle für soziale Konflikte (OVCS) erklärte. Er habe eine tödliche Schussverletzung erlitten. 

Die anderen drei Toten gab es nach Polizeiangaben bei Plünderungen in Ciudad Bolívar im Südosten des südlichen Bundesstaats Bolívar, der an Brasilien grenzt. In der Stadt San Felix im selben Bundesstaat setzten mehrere Dutzend Demonstranten eine Statue des 2013 gestorbenen linksnationalistischen Staatschefs Hugo Chávez in Brand. Das Denkmal war bereits im vergangenen Jahr mutwillig beschädigt worden.

Am Mittwochvormittag versammelten sich zehntausende Menschen zu Demonstrationen in Caracas. Das von der Opposition kontrollierte und von der Regierung ausgeschaltete Parlament und dessen Präsident Juan Guaidó hatte Mitte des Monats zu Massenprotesten gegen Chávez' Nachfolger Nicolás Maduro aufgerufen. Auch die Regierung wollte landesweit ihre Anhänger mobilisieren. Auch in anderen Städten gingen die Menschen auf die Straße.

"Wir kommen zusammen, damit Guaidó zum Präsidenten ausgerufen werden kann", sagte der 32-jährige Lehrer und Oppositionsanhänger Argenis Ramos der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben Maduro satt, er ist ein Usurpator. Wir sind hier, damit die Demokratie wiederhergestellt wird."

Die 47-jährige Yelitze Pariata ging für die Regierung auf die Straße. Sie wolle "friedlich demonstrieren, um den Präsidenten zu unterstützen und der Welt zu zeigen, dass der Chavismus geeint ist."

Der 23. Januar ist ein wichtiges Datum: An diesem Tag im Jahr 1958 fiel die Militärdiktatur von Marcos Pérez Jiménez. Maduro kritisierte den Aufruf des Parlamentsvorsitzenden Juan Guiadó als "Show" von Oppositionellen, die auf eine "Destabilisierung" des Landes hinarbeiteten.

In den vergangenen Tagen hatte sich die politische Atmosphäre weiter aufgeheizt. Nach einem gescheiterten Aufstand von 27 Soldaten in einer Kaserne im Norden der Hauptstadt war es in Caracas zu Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und der Polizei gekommen. Die 27 Meuterer wurden festgenommen.

Maduro hatte am 10. Januar offiziell seine zweite Amtszeit angetreten. Amtlichen Ergebnissen zufolge war er im vergangenen Mai mit 68 Prozent der Stimmen bis zum Jahr 2025 wiedergewählt worden. Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent. Der größte Teil der Opposition hatte die Wahl boykottiert und erkennt das Ergebnis ebenso wenig an wie die EU, die USA und zahlreiche lateinamerikanische Länder.

Statt im Parlament legte Maduro seinen Amtseid vor dem Obersten Wahlgericht ab. Das Militär hat ihm seine Loyalität versichert. Maduro hat durch eine verfassunggebende Versammlung das Parlament de facto entmachtet, in dem die Opposition die Mehrheit hatte. Vorangegangen waren 2017 monatelange Proteste der Opposition, in deren Verlauf 125 Menschen getötet worden waren. Abgesehen von der politischen Krise leidet Venezuela auch unter schweren Wirtschaftsproblemen mit Versorgungsengpässen und einer Hyperinflation. 

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