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Verbraucherschützer fordern Regulierung von Vergleichsportalen

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Berlin - Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller hat sich für eine strenge Regulierung von Vergleichsportalen ausgesprochen. "Vergleichsportale spiegeln dem Verbraucher nicht die Realität in ihrer Vielfalt und Breite wider. Wir brauchen daher klare gesetzliche Vorgaben für Vergleichsportale", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) dem "Handelsblatt".

"Die Politik sollte einen Regulierungsrahmen schaffen mit verbindlichen und nachprüfbaren Vorgaben und Kriterien - insbesondere zu der Art, wie die Rankings erstellt und wie Angebote dort optisch dargestellt werden." Angebote, die ganz oben stünden, seien oft nicht die besten und die günstigsten, weil die Einträge dort häufig zu Werbezwecken platziert wurden. Portalbetreiber sollten daher transparent machen müssen, "auf Basis welcher Kriterien sie zu ihren jeweils angezeigten und vorgeschlagenen Vergleichsergebnissen kommen".

Kritisch sieht der VZBV-Chef auch die Marktabdeckung mancher Portale. "Wenn es zum Beispiel um Kfz-Versicherungen geht, sollten auf den Portalen auch die marktrelevanten Angebote zu finden sein", sagte Müller. "Ärgerlich ist, wenn Angebote wichtiger Anbieter nicht berücksichtigt werden, weil man sich nicht über Provisionen einigen konnte." Falls Zahlungen von Anbietern an Vergleichsportale erfolgten, müssten diese an prominenter Stelle transparent gemacht werden.

"Zahlungen können legitim für die Vermittlung sein, in keinem Fall jedoch für das Erkaufen von Bestenplätzen in den Rankings", sagte Müller. Außerdem müsse klar sein: "Vergleichsportale dürfen nicht ignorieren, wenn sich Beschwerden über bestimmte Produktanbieter häufen." Auch das müsse der Gesetzgeber bei einer Regulierung berücksichtigen. "Weil Vergleichsportale so immens wichtig geworden sind, können sie sich nicht damit herausreden, das sie tun und lassen können, was sie wollen", sagte der VZBV-Chef.

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