Syrien

Geflohene Französin berichtet von Massakern des IS in letzter Bastion Baghus

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Eine aus Baghus geflüchtete Französin mit ihren Kindern Bild: AFP

In der letzten Bastion der IS-Miliz in Syrien werden nach Angaben zweier geflüchteter Französinnen mehrere Ausländer festgehalten. In dem Dorf Baghus säßen viele ausländische Dschihadisten, unter ihnen Franzosen, und andere Ausländer fest, sagten sie.

In der letzten Bastion der Dschihadisten-Miliz IS in Syrien werden nach Angaben zweier geflüchteter Französinnen mehrere Ausländer geben ihren Willen festgehalten. In dem umkämpften Dorf Baghus in Ost-Syrien säßen viele ausländische Dschihadisten unterschiedlicher Nationalität fest, sagte eine der Französinnen am Montag nach ihrer Flucht aus Baghus der Nachrichtenagentur AFP. Der IS verübe dort "Massaker", viele Menschen hätten nichts mehr zu essen. 

Die IS-Kämpfer missbrauchte die Ausländer als "menschliche Schutzschilde", sagte die Französin weiter. "Sie wollen raus, aber sie lassen sie nicht." Baghus steht seit Samstag unter dem Beschuss von Rebellen. Die von den USA unterstützten Kräfte wollen den IS aus seiner letzten Bastion in Syrien vertreiben.

Die junge Frau stellte sich AFP als Christelle vor und gab an, aus Bordeaux zu stammen. Sie sei zum Islam konvertiert und 2014 nach Syrien ausgereist. Inzwischen bereue sie, dass sie auf die Propaganda des IS hereingefallen sei: "Wir haben alles verloren." Ihr Mann sei bei einem Luftangriff getötet worden. 

Eine AFP-Reporterin traf die junge Frau am Montag mit anderen Flüchtlingen aus Baghus auf der Ladefläche eines Lkw nahe Baghus an. Christelle hatte ihre beiden Kinder im Alter von einem und drei Jahren bei sich. Mit einer anderen Französin war ihr die Flucht aus der umkämpften IS-Bastion gelungen. Die beiden Mütter bezahlten nach eigenen Angaben Menschenschmuggler, um sich und ihre Kinder zu befreien.

Nach Frankreich wollen die beiden Frauen nicht zurückkehren. Dort sei es ihnen nicht möglich, ihre Religion frei auszuleben. "Wir haben keine Rechte. Wir dürfen dort keinen Nikab tragen", sagte die zwei Französin, nach eigenen Angaben eine Konvertitin aus Lyon. 

Am Montag sollten dutzende aus Baghus geflohene Zivilisten in Auffanglager nach Nordsyrien gebracht werden. Nach Angaben syrischer Fahrer vor Ort waren unter ihnen 18 Ausländer aus Russland, der Türkei, der Ukraine und anderen Ländern. 

Das von den USA unterstützte kurdisch-arabische SDF-Bündnis hatte am Samstag eine Offensive gegen das letzte IS-Rückzugsgebiet in Syrien gestartet. Die Rebellen stoßen dort weiterhin auf erbitterte Gegenwehr der Dschihadisten. Am Montag starteten IS-Kämpfer eine Gegenoffensive.

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