Industrie

Thyssenkrupp will trotz Aufspaltung Verwaltungskosten sparen

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Arbeiter von Thyssenkrupp in einem Stahlwerk Bild: AFP

Der Industriekonzern Thyssenkrupp will sich nach der Aufspaltung eine deutlich schlankere Führungsstruktur geben. Die Verwaltungskosten der beiden Teile sollen zusammen unter 300 Millionen Euro liegen - bislang sind es 380 Millionen Euro.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp will sich nach der Aufspaltung eine deutlich schlankere Führungsstruktur geben. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, sollen die Verwaltungskosten der beiden neuen Unternehmen bei unter 300 Millionen Euro im Jahr liegen. Bislang kostet die Verwaltung des geeinten Unternehmens 380 Millionen Euro. Die Konzernteile würden durch die Aufspaltung "schlanker, schneller und besser", erklärte der Vorstandsvorsitzende Guido Kerkhoff.

Um Kosten zu sparen, will das Unternehmen die regionale Führungsebene aufgeben. In dem neuen Konzern Thyssenkrupp Industrials werden die Aufzüge, das Autozuliefergeschäft und der Anlagenbau gebündelt. Dort sollen Teile des Personalbereichs und der Entwicklung zentralisiert, andere Teile der Verantwortung hingegen in die einzelne Sparten abgegeben werden.

Das Wertstoffgeschäft unter dem Namen Thyssenkrupp Materials soll hingegen eine sehr schlanke Zentrale bekommen, während die Sparten sehr viel selbst entscheiden können. Betriebsbedingte Entlassungen soll es bei der Umstrukturierung nicht geben.

Wer die beiden neuen Vorstände besetzt, wird der Aufsichtsrat in diesem Frühjahr entscheiden. Im Oktober sollen die beiden Unternehmen bereits eigenständig arbeiten. Im Januar nächsten Jahres sollen dann die Aktionäre final über die Pläne abstimmen.

Vor der Aufspaltung sieht Vorstandschef Kerkhoff noch viel Handlungsbedarf. So stieg der Umsatz im ersten Quartal zwar im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 7,9 Milliarden Euro und die Aufträge nahmen um sechs Prozent auf 8,1 Milliarden Euro zu.

Gleichzeitig sank aber der Gewinn vor Steuern und Zinsen um 30 Prozent auf 296 Millionen Euro. Der Nettogewinn betrug mit 136 Millionen Euro zwar deutlich mehr als die 81 Millionen Euro im Vorjahresquartal - das lag aber hauptsächlich an einem negativen Steuereffekt in den USA Anfang vergangenen Jahres.

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