Großbritannien

Sieben britische Abgeordnete treten aus Labour-Partei aus

  • AFP
  • In POLITIK
  • 18. Februar 2019, 12:45 Uhr
img
Die Ex-Labour-Abgeordneten (v.l.) Ann Coffey, Angela Smith, Chris Leslie, Chuka Umunna, Mike Gapes, Luciana Berger, und Gavin Shuker Bild: AFP

In Großbritannien sind sieben Angeordnete aus der oppositionellen Labour-Partei ausgetreten. Sie begründeten ihren Austritt am Montag mit dem Umgang von Parteichef Jeremy Corbyn mit dem Brexit und Antisemitismus-Vorwürfen.

In Großbritannien sind sieben Angeordnete aus der oppositionellen Labour-Partei ausgetreten. Sie begründeten ihren Schritt am Montag mit dem Umgang von Parteichef Jeremy Corbyn mit dem Brexit und mit Antisemitismus-Vorwürfen. Die Abgeordneten Chuka Umunna, Luciana Berger, Ann Coffey, Angela Smith, Chris Leslie, Mike Gapes und Gavin Shuker wollen im Unterhaus nun eine eigene Fraktion bilden und nennen sich "Die Unabhängige Gruppe".

Bei einer Pressekonferenz warfen sie Corbyn zudem vor, die Partei zu weit nach links gerückt zu haben. Umunna, der eine überparteiliche Initiative für ein zweites Brexit-Referendum angeführt hatte und als möglicher Nachfolger von Corbyn gehandelt worden war, sagte, die Politik in Großbritannien sei "kaputt". "So muss es nicht sein", fügte er hinzu. "Wenn Sie eine Alternative wollen, helfen Sie uns dabei, sie aufzubauen."

Berger, die jahrelang Opfer antisemitischer Angriffe war, sagte, der Parteiaustritt sei für sie eine "sehr schwere, schmerzhafte, aber nötige Entscheidung" gewesen. Die Labour-Partei sei "institutionell antisemitisch" geworden. Sie habe sich zuletzt dafür "geschämt", der Partei anzugehören.

Gapes sagte, er sei "wütend", dass sich die Labour-Partei beim Brexit "mitschuldig" mache. Leslie warf der Oppositionspartei einen "Verrat an Europa" vor. Parteichef Corbyn zeigte sich "enttäuscht" über die Entscheidung der Abgeordneten und rief zum Zusammenhalt auf, der heutzutage wichtiger sei als je zuvor.

In der Labour-Partei wird seit Monaten über Antisemitismus in den eigenen Reihen debattiert. Corbyn hatte im August eingeräumt, dass Labour ein "echtes Problem" mit Antisemitismus habe. Dem Palästina-Aktivisten wurde auch selbst immer wieder Antisemitismus vorgeworfen. Im November nahm die britische Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts "antisemitischer Hassverbrechen" in der Labour-Partei auf.

STARTSEITE