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Bei der Bahn fehlen hunderte Lokführer

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ICE-Züge im Berliner Hauptbahnhof Bild: AFP

Der Deutschen Bahn fehlen in diesem Jahr 733 Lokführer. Das geht aus Angaben des Bundesverkehrsministeriums für die FDP-Fraktion hervor, aus denen am Samstag die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland zitierten.

Der Deutschen Bahn fehlen mehrere hundert Lokführer. Von den gesuchten Fachkräften habe das Unternehmen dieses Jahr 733 zu wenig, heißt es in Angaben des Bundesverkehrsministeriums für die FDP-Fraktion im Bundestag, aus denen am Samstag die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland zitierten. Der Konzern betonte, es werde derzeit so viel Personal eingestellt "wie lange nicht". 

Dem Zeitungsbericht zufolge bleibt der Personalmangel hoch, obwohl die Bahn im vergangenen Jahr 1076 neue Lokführer eingestellt hatte. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, hält die Zahlen noch für zu positiv: Dass lediglich 733 Lokführerposten unbesetzt seien, nannte er im Gespräch mit den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland eine "glatte Lüge". Die Bahn habe in ihrer Planung etwa tausend angehende Lokführer mitgezählt, obwohl diese erst im Laufe des Jahres ihre Ausbildung abschlössen.

Weselsky sagte voraus, der Personalmangel werde sich weiter verschärfen. Die Lokführer seien im Durchschnitt 50 Jahre alt und viele würden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Unternehmen stelle "auf Rekordniveau ein - so viel wie lange nicht". Allerdings würden die neuen Mitarbeiter "für unsere speziellen Bahnberufe erst gut qualifiziert" und seien somit nicht ab dem ersten Tag voll einsetzbar.

Die Bahn setze aber "auch in diesem Jahr ihre große Joboffensive fort", versicherte die Sprecherin. Dies gelte insbesondere für die Bereiche, in denen es um die Qualität für die Kunden gehe.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler sagte der "Nordwürttembergischen Zeitung" vom Samstag, Lokführer gehörten zu den Fachleuten, die auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer zu finden seien. Er betonte zugleich, die Bahn sei "ein attraktiver Arbeitgeber" und habe allein im vergangenen Jahr 320.000 Bewerbungen erhalten.

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