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Interim Manager so gefragt wie nie

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@ rawpixel (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Interim Manager haben in vielen Unternehmen eine wichtige strategische Position. Sie übernehmen für bestimmte Zeit einen Management-Posten - zum Beispiel, um in Krisensituationen zu unterstützen oder Veränderungen zu begleiten. Dieser Ansatz hat sich in den vergangenen Jahren bewährt: Die Interim-Management-Branche wächst und ist zuversichtlich.

Laut Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e. V. (DDIM) rechnet die Branche in Deutschland in diesem Jahr mit einem Honorarvolumen von 2,25 Milliarden Euro ? ein historischer Rekord. Bereits in den vergangenen Jahren ist das Volumen stetig gestiegen. 2018 betrug es bereits 1,92 Milliarden Euro, 2017 waren es noch 1,77 Milliarden Euro. Die Befragung der Mitglieder des DDIM ergab, dass die meisten Manager und Führungskräfte mit einem Anstieg der Tagessätze von durchschnittlich 1.142 Euro auf 1.175 Euro rechnen. Auch an der hohen Auslastung der Interim Manager lässt sich die positive Entwicklung der Branche ablesen. In diesem Bereich wurden die Erwartungen der letzten Umfrage deutlich übertroffen: Im Schnitt waren die Führungskräfte etwa 172 Tage pro Jahr im Mandat. Noch eine weitere Rekordzahl belegt den Aufwärtstrend in der Branche: 2019 wird die Anzahl der auf oberen Führungsebenen tätigen Interim Manager erstmals die 10.000er-Marke überschreiten.

Das Interesse an Interim Managern wächst und die Möglichkeiten, die passende ?Führungskraft auf Zeit? zu finden, werden vielseitiger. Im Internet gibt es mittlerweile professionelle Vermittlungsplattformen wie interim-x.com, auf denen Unternehmen Interim Manager finden, ohne selbst zeitaufwendige Auswahlverfahren durchführen zu müssen. Das kann sich als entscheidender strategischer Vorteil erweisen. Denn vor allem Großunternehmen verbringen mitunter viele Wochen oder gar Monate damit, offene Positionen auf Führungsebene neu zu besetzen. Solange die Stelle nicht besetzt ist, gibt es aber eine Lücke im Unternehmen: Insbesondere, wenn ein ranghoher Manager plötzlich ausfällt, hat dies häufig auch wirtschaftliche Folgen. Interim Manager, die auf Zeit die Lücke füllen, lösen dieses Problem. Sie punkten meist mit hervorragendem und oft zusätzlichem Know-how. Das ist einer der Gründe, warum das Management auf Zeit stark an Akzeptanz gewonnen hat.

Besonders begehrt sind Interim Manager im Bereich General Management/Unternehmensführung: 30 Prozent der Anfragen 2018 bezogen sich auf diese Art von Führungsposition. Auch die Bereiche Technik/Produktion (13,3 Prozent) und Vertrieb/Marketing (12,6 Prozent) sind stark nachgefragt. 2019 rechnet man auch mit einer enorm starken Anfragenquote für Change-Management-Projekte. Denn durch die Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) befinden sich viele Unternehmen derzeit im Umbruch und suchen Hilfe bei der Einführung und Umsetzung digitaler Prozesse und Strategien.

Risiko der Scheinselbstständigkeit besteht weiterhin

So positiv sich der Trend im Interim Management zeigt, es gibt auch Kehrseiten. Immer noch besteht in diesem Berufsfeld das Risiko der Scheinselbstständigkeit. Seit einigen Jahren schon mangelt es an Rechtssicherheit, denn Interim Manager sind rechtlich gesehen nicht eindeutig Selbstständige. Wird eine Scheinselbstständigkeit bestätigt, muss in der Regel das Unternehmen, das den Interim Manager angestellt hat, mit einer Strafe rechnen. Vor allem Großunternehmen scheuen deshalb oft den Schritt zur Beauftragung eines Managers auf Zeit. Bisher kommen die meisten Aufträge aus Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl zwischen 1.000 und 10.000 Mitarbeitern.

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