Gesundheit

Myrrhe besänftigt gereizten Darm

  • Lars Wallerang/mp
  • In GESUNDHEIT
  • 13. März 2019, 12:35 Uhr
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mp Groß-Gerau - Schon in der Bibel erwähnt: Myrrhe. Leo_65 / pixabay.com

In der Bibel und alten Mythen stößt man im Kindesalter schon auf Myrrhe. Das Gummiharz ist Bestandteil wertvoller Balsame. Noch heute findet Myrrhe Anwendung in der Medizin.


In der Bibel und alten Mythen stößt man im Kindesalter schon auf Myrrhe. Das Gummiharz ist Bestandteil wertvoller Balsame. Noch heute findet Myrrhe Anwendung in der Medizin. Als Basistherapie zur unterstützenden Behandlung bei Reizdarm, besonders wenn dieser mit Durchfällen, leichten Krämpfen und Blähungen einhergeht, soll sich seit mehr als 50 Jahren ein pflanzliches Myrrhe-Kombinationsarzneimittel bewährt haben.

So zeigte eine große Beobachtungsstudie an 131 deutschen Arztpraxen: Bei den behandelten Reizdarmpatienten mit Durchfällen besserte die Behandlung mit dem Myrrhe-Arzneimittel die Gesamtbeschwerden besser als andere Therapien. "Auch die seit Mai 2018 aktualisierte Ärzteleitline der höchsten Kategorie zu 'Colitis ulcerosa' empfiehlt eine Pflanzenkombination aus Myrrhe, Kamillenblütenextrakt und Kaffeekohle in der Erhaltung der beschwerdefreien Phase", sagt Prof. Dr. med. Martin Storr, Zentrum für Endoskopie Starnberg und LMU München.

Von großer Bedeutung ist aber zunächst die Ernährung: Die sogenannte "Low-Fodmap-Diät", bei der schwer verdauliche Kohlenhydrate reduziert werden, kann bei Reizdarmpatienten die Lebensqualität ierhöhen. In dieser Langzeit-Beobachtungsstudie - eine der ersten ihrer Art - untersuchten Wissenschaftler der University of Otago (Neuseeland) 111 Reizdarmpatienten. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer schloss die Studie nach sechs Monaten ab. Bei diesen 56 Reizdarmpatienten steigerte sich der Messwert "Lebensqualität" von 65,7 Punkten zu Studienbeginn über 72,5 nach sechs Wochen signifikant auf 77,1 Punkte nach sechs Monaten.

Für den Magen-Darm-Facharzt und Ernährungsspezialisten Martin Storr entsprechen die neuen Forschungsergebnisse seiner Erfahrung: "Aus meiner langjährigen praktischen Therapie kann ich bestätigen, dass die Fodmap-Ernährung bei vielen meiner Reizdarmpatienten sehr gut wirkt - aber nicht bei allen, weil das Reizdarmsyndrom sehr individuell ist und es leider noch keine Standardbehandlung gibt, die allen Betroffenen hilft." Präperate mit Myrrhe könnten aber in vielen Fällen unterstützend wirken.

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