China

"Handelsblatt": Huawei rüstet Funknetz der Deutschen Bahn aus

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Logo von Huawei Bild: AFP

Der chinesische Huawei-Konzern rüstet nach Informationen des 'Handelsblatts' ein sensibles Funknetz der Deutschen Bahn aus. Huawei soll neben dem Softwarekonzern Atos und dem Netzwerkausrüster Nokia das hochsensible Bahnfunknetz GSM-R neu aufbauen.

Der chinesische Huawei-Konzern rüstet nach Informationen des "Handelsblatts" ein sensibles Funknetz der Deutschen Bahn aus. Huawei soll neben dem Softwarekonzern Atos und dem Netzwerkausrüster Nokia das hochsensible Bahnfunknetz GSM-R des Staatskonzerns neu aufbauen, berichtete die Zeitung am Freitag. Der Gesamtauftragswert beläuft sich demnach auf rund eine halbe Milliarde Euro. Der Vertrag wurde bereits vor mehreren Jahren unterschrieben.

Das Funknetz genießt Sicherheitsstufe eins bei der Bahn, weil damit der gesamte Zugverkehr innerhalb Deutschlands und über die Grenzen gesteuert wird. Für die Erneuerung des europaweit standardisierten Funksystems im deutschen Eisenbahnnetz habe die Deutsche Bahn Leistungen nach geltendem Recht ausgeschrieben und vergeben, zitierte das "Handelsblatt" den Konzern.

Derzeit durchliefen die Komponenten der Vertragspartner das Zulassungsverfahren der Bahn und der Aufsichtsbehörde. "Sollte sich die Sicherheitseinschätzung bezüglich eines Lieferanten oder die Gesetzeslage ändern, so werden wir dies selbstverständlich berücksichtigen", erklärte der Konzern gegenüber dem "Handelsblatt".

Huawei wird eine große Nähe zur chinesischen Regierung vorgehalten. In diesem Zusammenhang gibt es Bedenken, der Konzern könnte seine technischen Möglichkeiten im Telekommunikationsbereich für Spionageaktivitäten nutzen oder zur Verfügung stellen. Das Unternehmen weist diese Sicherheitseinwände zurück.

Westeuropa-Chef Vincent Pang sagte dem "Handelsblatt" nun erneut, Huawei würde "niemals Hintertüren" in seinen Geräten installieren oder illegal Daten weitergeben. "Wir wären ja auch bereit, ein No-Spy-Agreement mit der deutschen Regierung zu unterzeichnen." Sollte die chinesische Regierung dennoch eine Anfrage stellen, werde diese abgelehnt oder als letzter Ausweg das Unternehmen geschlossen.

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