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Deutsche Islamisten in Iran gefangen

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Teheran - Iranische Behörden halten zwei mutmaßliche Islamisten aus Deutschland fest. Die beiden Männer sollen sich seit Ende vergangenen Jahres dort im Gefängnis befinden, berichtet der "Spiegel".

Gegenüber der Bundesregierung hat Teheran bislang keine konkreten Angaben gemacht, was den beiden angelastet wird. Womöglich handle es sich um Terrorvorwürfe, heißt es in Berlin. Nach einem der beiden Männer, dem Deutschtürken Zamar Y., sucht die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main per Haftbefehl wegen der "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat". Sie verdächtigt ihn, als Dschihadist in Krisengebiete wie Syrien oder Afghanistan ausgereist zu sein.

In Deutschland werden ihm zudem mehrere Betrugsdelikte, Geldwäsche und Urkundenfälschung zur Last gelegt. Die Identität des zweiten Mannes, Murat D., ist unklar: Er trägt den gleichen Namen wie ein Dschihadist aus Ostwestfalen. Von diesem glaubten hiesige Sicherheitsbehörden allerdings bislang, dass er im Dienst des "Islamischen Staats" ums Leben gekommen wäre. Von der Bildfläche verschwunden ist ein weiterer deutscher Islamist: Mounir C. aus Bonn, der zumindest zwischenzeitlich in Iran gefangen gewesen sein soll.

Zusammen mit seinem Bruder Yassin war er vor vier Jahren auf der Rückreise aus Waziristan in eine Auseinandersetzung mit iranischen Sicherheitskräften geraten. Dabei soll Yassin gestorben sein, Mounir soll verletzt und anschließend zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden sein. Deutsche Behörden wissen nicht, wo er jetzt ist.

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