Großbritannien

EU bietet Änderungen an Brexit-Erklärung zu künftigen Beziehungen an

  • AFP
  • In POLITIK
  • 19. März 2019, 17:57 Uhr
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EU-Brexit-Unterhändler Barnier Bild: AFP

Zur Überwindung der festgefahrenen Situation beim Brexit hat die EU Großbritannien Änderungen an den Vereinbarungen zu den künftigen Beziehungen angeboten. Eine entsprechende Absichtserklärung der EU könne 'in den kommenden Tagen ehrgeiziger gemacht werden', sagte EU-Verhandlungsführer Michel Barnier am Dienstag.

Zur Überwindung der festgefahrenen Situation beim Brexit hat die EU Großbritannien Änderungen an den Vereinbarungen zu den künftigen Beziehungen angeboten. Eine entsprechende Absichtserklärung der EU könne "in den kommenden Tagen ehrgeiziger gemacht werden", sagte EU-Verhandlungsführer Michel Barnier am Dienstag in Brüssel. Er betonte zwei Tage vor dem EU-Gipfel zudem, dass die EU einer langen Verschiebung nur zustimmen würde, wenn London tatsächlich "etwas Neues" vorlege.

Die politische Erklärung zu den künftigen Beziehungen begleitet den Austrittsvertrag, der im britischen Unterhaus bereits zweimal mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. Die EU hat in der Absichtserklärung zugesagt, dass sie nach dem Brexit mit Großbritannien ein zollfreies "Freihandelsgebiet" für Waren anstrebt. Die Vereinbarung soll letztlich auch das Problem mit dem Umgang mit der Grenze zur britischen Provinz Nordirland lösen, das eine Annahme des Brexit-Vertrags bisher verhinderte.

Barnier warnte nach einem Treffen der EU-Europaminister, dass jegliche Verschiebung des Brexit-Datums über den bisherigen Austrittstermin am 29. März hinaus einen Preis haben werde. "Eine Verlängerung der Unsicherheit ohne klaren Plan würde die wirtschaftlichen Kosten für unsere Unternehmen erhöhen", sagte der Franzose. Sie könne aber "auch politische Kosten für die EU haben".

Sollte Premierministerin Theresa May eine lange Verlängerung beantragen, müsse dies auch mit "etwas Neuem" verbunden sein, forderte Barnier. Er sprach dabei von "einem neuen Ereignis, einem neuen politischen Prozess". Für diesen Fall war in der Vergangenheit über Neuwahlen oder ein zweites Brexit-Referendum spekuliert worden. 

Nutzen und Ziel einer Verlängerung müssten jedenfalls klar sein, sollte sie beantragt werden, sagte Barnier weiter. Er warnte, dass auch das Votum des britischen Unterhauses gegen einen Austritt ohne Vertrag aus der vergangenen Woche einen chaotischen Brexit nicht abwende. "Gegen No Deal zu stimmen, verhindert nicht, dass dies stattfindet."

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