Niederlande

Mutmaßlicher Todesschütze von Utrecht legt Geständnis ab

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Überwachungsfoto des mutmaßlichen Täters Bild: AFP

Der mutmaßliche Todesschütze von Utrecht hat bei seiner ersten Gerichtsanhörung ein Geständnis abgelegt. Der 37-jährige Gökmen Tanis habe die ihm zur Last gelegten Straftaten vor dem Untersuchungsrichter eingeräumt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der mutmaßliche Todesschütze von Utrecht hat bei seiner ersten Gerichtsanhörung ein Geständnis abgelegt. Der 37-jährige Gökmen Tanis habe die ihm zur Last gelegten Straftaten vor dem Untersuchungsrichter gestanden, teilte die Staatsanwaltschaft in der niederländischen Stadt am Freitag mit. Er gab demnach an, allein gehandelt zu haben. Der Richter ordnete Untersuchungshaft an. Am Abend gedachten tausende Menschen in Utrecht der Opfer des Angriffs.

Bei dem Angriff in einer Straßenbahn in Utrecht waren am Montag drei Menschen getötet und sieben weitere Menschen verletzt worden. Tanis wurde noch am Montag gefasst. Ihm werden "mehrfacher Mord mit terroristischer Absicht" sowie "versuchter Mord" und "terroristische Bedrohung" vorgeworfen.

Am Freitag wurde der in der Türkei geborene Mann zum ersten Mal einem Richter vorgeführt. Die Anhörung fand hinter verschlossenen Türen statt. Die Staatsanwaltschaft machte mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine weiteren Angaben zu den Äußerungen des Verdächtigen.

Ein zweiter Verdächtiger, der am Dienstag festgenommen worden war, wurde unterdessen wieder freigelassen. Er gelte nicht mehr als Verdächtiger, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der 40-Jährige war den Angaben zufolge in Verdacht geraten, weil Tanis bei ihm zu Hause festgenommen worden war. Die Ermittler versuchten daraufhin herauszufinden, ob er an dem Anschlag beteiligt war oder dabei geholfen haben könnte. Dafür seien aber "keine Beweise" gefunden worden, erklärten die Ermittler.

Am Freitagabend versammelten sich mehr als 10.000 Menschen in Utrecht, um der Opfer zu gedenken, unter ihnen auch Ministerpräsident Mark Rutte. Sie zogen schweigend zum Platz des 24. Oktober, wo der Angreifer am Montag die tödlichen Schüsse abgegeben hatte. 

Viele Menschen legten Blumen nieder, einige trugen Banner mit Aufschriften wie "Ich bin Utrecht/Neuseeland" und erinnerten damit auch an den Angriff auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch, bei dem am Freitag vergangener Woche 50 Menschen getötet worden waren. Auch Vertreter einer örtlichen Moschee nahmen an dem Trauerzug teil und legten Blumen nieder.

"Heute schweigt die Stadt noch einmal", sagte der Bürgermeister von Utrecht, Jan van Zanen. "Wir zeigen, dass Utrecht kein Ort für Gewalt und Hass ist", sagte er, bevor eine Schweigeminute abgehalten wurde.

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