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Amazon schränkt sein Angebot in China massiv ein

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Amazon schränkt Angebot in China ein Bild: AFP

Der US-Onlineriese Amazon beugt sich der übermächtigen chinesischen Konkurrenz durch Anbieter wie Alibaba und JD.com und schränkt sein Angebot in der Volksrepublik deutlich ein.

Der US-Onlineriese Amazon beugt sich der übermächtigen chinesischen Konkurrenz und schränkt sein Angebot in der Volksrepublik deutlich ein. Amazon werde ab Mitte Juli sein Angebot von Drittanbietern, den sogenannten Marketplace, in China beenden, meldete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag. Der Konzern selbst bestätigte diese Info auf Anfrage nicht explizit, erklärte aber, Amazon werde sich künftig auf seine internationalen Verkäufe konzentrieren.

Demnach wird es künftig weiter möglich sein, importierte Produkte zu kaufen und chinesische Händler können ihre Produkte weiterhin international anbieten. Allerdings kann der Anbieter beim heimischen Geschäft nicht mithalten: Amazon habe in den vergangenen Jahren das Einzelhandelsgeschäft auf dem chinesischen Markt untersucht und den Fokus immer mehr auf den internationalen Handel gelegt, teilte das Unternehmen mit. Das sei bei den Kunden auf "großes Interesse" gestoßen, begründete Amazon die neue Ausrichtung in China.

Weiterhin in China verfügbar sein würden auch das Cloud-Geschäft von Amazon sowie das Angebot mit elektronischen Büchern von Kindle, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Quellen weiter. Der Schritt kommt gleichwohl einer Niederlage gegenüber der großen heimischen Konkurrenz durch Anbieter wie Alibaba und JD.com gleich. Amazon könnte sich stattdessen nun stärker auf den Wachstumsmarkt Indien konzentrieren.

Li Chengdong vom Analyseinstitut Dolphin in Peking argumentiert, Amazon habe es versäumt, sich an die Besonderheiten des chinesischen Marktes anzupassen und auf das Angebot vor Ort einzulassen. Das sei ein wenig "arrogant", sagte der Experte. So habe das Unternehmen an seinem "sehr amerikanischen Stil" der Webseiten festgehalten und zum Beispiel dem in China populären Singles' Day wenig Bedeutung beigemessen.

Der "Singles' Day" war 2009 von Chinas Online-Händlern als Gegenstück zum Valentinstag und nach dem Vorbild des "Black Friday" der US-Internetwirtschaft ins Leben gerufen worden. Er liegt wegen der vier Einsen in Folge auf dem 11. November. Mit Sonderangeboten sollen die vielen Unverheirateten des Landes über ihre Einsamkeit hinweggetröstet werden - das war der ursprüngliche Gedanke des Singles' Day. Er ist mittlerweile der umsatzstärkste Einkaufstag in China.

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