Reisen

Islands Westfjorde mit dem Camper entdecken

  • Redaktion
  • In REISEN
  • 2. Mai 2019
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@ ArvidO (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Keine Frage: Die isländische Wildnis ist wahrlich einzigartig! Wer die Insel schon einmal bereist hat, weiß um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die es dort zu entdecken gibt.

In Gestalt von Vestfirðir (besser bekannt als Westfjorde) bietet der Inselstaat jedoch noch einen Reise-Leckerbissen. Denn obwohl die Halbinsel ein Teil Islands ist, bildet sie dennoch ihren ganz eigenen, kleinen Kosmos. Besonders die Erkundung mit dem Camper verspricht Naturerlebnisse pur.

Mit dem Camper zu den Westfjorden reisen: Eine gute Idee?

Selbstredend ist Island nicht so leicht zu erreichen wie Dänemark, Italien oder Spanien. Zunächst braucht es eine Möglichkeit, den Atlantik zu überqueren. Ob der eigene Camper dabei mit von der Partie sein sollte, ist eine wichtige Frage.

So gelingt die Anreise mit fahrbarem Untersatz nur über das Besteigen einer Fähre, die gleich mehrere Tage auf See unterwegs ist, ehe sie Island erreicht. Nichts also für Menschen, die wenig Zeit für ihren Urlaub eingeplant haben und den Transfer so kurz wie möglich gestalten möchten.

Deutlich einfacher gelingt es, per Flugzeug anzureisen und ein Wohnmobil in Island anzumieten. Die Flugdauer von Frankfurt nach Reykjavík beläuft sich auf etwas mehr als dreieinhalb Stunden. Da Island regelmäßig von größeren Fluglinien angesteuert wird, stellt auch der Wegfall des Billigfliegers WOW Air von Ende März (zur Meldung auf unternehmen-heute.de) kaum ein Problem dar.

Nach der Landung kann das gemietete Wohnmobil abgeholt werden und bringt Urlauber über die Ringstraße zu den Westfjorden. Was die Kosten betrifft, so liegen diese während der Hauptsaison natürlich auf höherem Niveau. Teurer als die Überfahrt per Fähre dürften Flug und Mietwagen in der Regel allerdings kaum ausfallen.

An den Westfjorden: Das ist wichtig

Vestfirðir besticht durch weitläufige Gegenden und eine spärliche Besiedelung. Gerade einmal zwei Prozent der isländischen Bevölkerung lebt dauerhaft auf der Halbinsel und auch Touristen bevorzugen andere Regionen wie beispielsweise den Golden Circle oder die Südküste. Die Westfjorde versprechen daher Ruhe und Abgeschiedenheit.

Die Übernachtung im Camper darf jedoch auch hier nicht „wild“ erfolgen. Schon lange gilt in Island ein Verbot, das Reisende im Zweifel teuer zu stehen kommt. Besser ist es, sich einen Campingplatz zu suchen und dort zu nächtigen. Eine passende Übersicht zu Campingplätzen an den Westfjorden, deren Öffnungszeiten sowie Ausstattung gibt es hier.

Wanderungen und Ausflüge in eine unberührte Landschaft mit nur wenigen Ansprechpartnern vor Ort stellen eine außergewöhnliche Erfahrung dar, bringen aber auch ein gewisses Risiko mit sich. Urlauber sollten sich stets so kleiden, dass plötzliche Wetterumschwünge kein Problem darstellen und ihre Reiseplanung an Safetravel, einen Service des isländischen Such- und Rettungsdienstes, übermitteln. Falls Hilfe benötigt wird, kommt diese schneller. Zudem ist es ratsam, einen Reservekanister Benzin mitzunehmen und ausreichend Proviant dabeizuhaben.

Entdecken und genießen: Die Highlights der Westfjorde

Dieser Teil Islands verspricht wilde Natur fernab des Tourismustrubels und hält trotzdem jede Menge kleiner Städtchen bereit. Mit großen Metropolen haben diese zwar nicht viel gemeinsam, stattdessen bestechen die Ortschaften an den Westfjorden mit uriger Gemütlichkeit, heimeligem Fischer-Charme und einem malerischen Umland. Ein Besuch folgender Orte sollte auf der eigenen Agenda stehen:

  • Vígur
  • Bolungarvík
  • Suðureyri
  • Flateyri
  • Þingeyri
  • Bíldudalur
  • Patreksfjörður

Hinaus in die Natur geht es von jedem Dörfchen aus schnell. Vor allem die heißen Quellen der Westfjorde ziehen Reisende an. Hellulaug gilt in diesem Zusammenhang als besonders empfehlenswert, doch auch die Quelle Dynjandislaug unweit des höchsten Wasserfalls der Westfjorde ist genau wie der Dynjandi selbst einen Abstecher wert. Reykjaneslaug, ein Schwimmbad in Isafjardardjup, lädt zu einem kleinen Schwimmausflug in idyllischer Umgebung ein.

Ebenfalls nicht versäumen sollten Campingtouristen an den Westfjorden die Landzunge Látrabjarg. Hier finden sich steile Klippen, die sich hervorragend erwandern lassen und Ausblicke auf zahllose Vögel bieten, die das Gebiet zu ihrer Heimat gemacht haben. Von Látrabjarg aus in östlicher Richtung liegt außerdem ein zehn Kilometer langer Strand namens Rauðisandur, der mit seinem roten Sand eine magische Atmosphäre schafft.

Ursprüngliche Erlebnisse hält zudem Hornstrandir bereit. Dort können Urlauber kilometerweit wandern, den Blick schweifen lassen und bei Hesteyri sogar Wale beobachten. Mit etwas Glück zeigt sich vor Ort auch der ein oder andere Polarfuchs.

Als Highlight der Rundreise an den Westfjorden bezeichnen einige Touristen den Pass Hrafnseyrar. Höher als hier kann in der Region nicht gefahren werden, was sich auch in den klimatischen Bedingungen niederschlägt. Der Pass ist an bis zu 150 Tagen pro Jahr nicht zugänglich, weswegen sich Reisende vorab unbedingt hinsichtlich der sicheren Befahrbarkeit informieren sollten.

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