Indien

Thyssenkrupp will betriebsbedingte Kündigungen weitgehend vermeiden

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Mitarbeiter in Thyssenkrupp-Werk Bild: AFP

Nach der abgesagten Aufspaltung von Thyssenkrupp soll der in Deutschland geplante Abbau von 4000 Arbeitsplätzen weitgehend ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden. Eine entsprechende Grundlagenvereinbarung wurde mit der IG Metall getroffen.

Nach der abgesagten Aufspaltung von Thyssenkrupp soll der in Deutschland geplante Abbau von 4000 Arbeitsplätzen weitgehend ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden. Eine entsprechende Grundlagenvereinbarung sei mit der IG Metall getroffen worden, teilte Personalvorstand Oliver Burkhard am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. "Betriebsbedingte Kündigungen wollen wir vermeiden, sind aber in Ausnahmen (ultima ratio) möglich", schrieb er. 

Ein Aufsichtsratsausschuss gab grünes Licht für die geplante Neuausrichtung des Industriekonzerns. Mit Blick auf die von Vorstand und IG Metall getroffene Grundlagenvereinbarung sprach Burkhard von einem "guten Signal". In der Vereinbarung beschreibe der Konzern, "was wir uns zumuten". "Wir sind ehrlich zu uns selbst", fügte er hinzu.

Das Unternehmen teilte am Samstagabend in Essen mit, die Vereinbarung regele die "wesentlichen Grundsätze einer zukunftsorientierten Gestaltung" des Thyssenkrupp-Konzerns und setze "den Rahmen für eine verantwortungsvolle Umsetzung der neuen Strategie". Die Pläne zur Neuausrichtung des Unternehmens und die dazugehörige Grundlagenvereinbarung seien vom Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss des Aufsichtsrats einstimmig gebilligt worden. 

Auch das Präsidium des Aufsichtsrats habe sich mit den Plänen des Vorstands beschäftigt, teilte das Unternehmen mit. Es werde gemeinsam mit dem Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss dem Aufsichtsrat empfehlen, der Neuausrichtung in seiner Sitzung am 21. Mai zuzustimmen.

Thyssenkrupp hatte die geplante Aufspaltung des Konzerns wegen eines befürchteten Vetos der EU-Wettbewerbshüter gegen die Stahlfusion mit Tata Steel aus Indien am Freitag abgesagt. Statt der Teilung strebt das Unternehmen nun den Börsengang des Aufzuggeschäfts an und streicht im Zuge der strategischen Neuausrichtung weltweit 6000 Stellen. In Deutschland sind davon 4000 Stellen betroffen.

Thyssenkrupp wollte seine Stahlsparte mit dem indischen Unternehmen verschmelzen und so ein Gegengewicht zu günstigem Stahl aus China bilden. Die EU-Kommission hatte aber Bedenken wegen der Auswirkungen auf die Stahlmärkte angemeldet und gemahnt, wettbewerbsfähige Stahlpreise seien für die europäische Wirtschaft von entscheidender Bedeutung.

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