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Prozess gegen Islamisten nach Mord an Touristinnen in Marokko erneut vertagt

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Gedenken an die Ermordeten in Marrakesch Bild: AFP

Zum zweiten Mal binnen zwei Wochen ist der Prozess um den mutmaßlich islamistisch motivierten Mord an zwei skandinavischen Rucksacktouristinnen in Marokko vertagt worden. Ein Gericht in Salé nahe Rabat legte den 30. Mai als neuen Termin fest.

Zum zweiten Mal binnen zwei Wochen ist der Prozess um den mutmaßlich islamistisch motivierten Mord an zwei skandinavischen Rucksacktouristinnen in Marokko vertagt worden. Ein Gericht in Salé nahe Rabat legte kurz nach Beginn der Anhörungen am Donnerstag den 30. Mai als neuen Termin fest. Zuvor hatte die Nebenklage gefordert, dass der Staat die "moralische Verantwortung" für eine Entschädigung der Angehörigen der Opfer übernimmt.

Die 24 Jahre alte dänische Studentin Luisa Vesterager Jespersen und ihre vier Jahre ältere norwegische Freundin Maren Ueland waren im Dezember beim Zelten im Atlas-Gebirge brutal ermordet worden. In einem nach dem Mord verbreiteten Video hatten die mutmaßlichen Täter dem Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue geschworen. Ein weiteres Video zeigte die Enthauptung eines der beiden Opfer. Es sorgte im ganzen Königreich für Entsetzen.

Angeklagt sind insgesamt 24 Verdächtige aus der radikalislamischen Szene, darunter die drei mutmaßlich direkt an der Tat Beteiligten. Ihr 25-jähriger Anführer hatte schon einmal in Haft gesessen, weil er versucht hatte, sich dem IS in Syrien anzuschließen, war aber seit 2015 wieder auf freiem Fuß. Der Anwalt der Nebenkläger will die Todesstrafe für die Hauptverdächtigen beantragen - auch wenn diese seit 1993 nicht mehr vollstreckt wird.

Nach Auffassung der Ermittler waren die Verdächtigen von der IS-Ideologie inspiriert, hatten aber keinen Kontakt zu den Dschihadisten in Syrien oder dem Irak. Der IS selbst reklamierte die Tat nie für sich.

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