Bremen

Staatsschutz ermittelt nach Bremer Krawallen in der Nacht zum Wahlsonntag

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Polizeinsatz in Bremen Bild: AFP

Bei der Blockade einer Kreuzung im Bremer Ostertorviertel hat es massive Auseinandersetzungen zwischen Gewalttätern und der Polizei gegeben. Vier Polizisten wurden leicht verletzt, neun Menschen vorläufig festgenommen.

Nach massiven Krawallen in der Nacht zum Wahlsonntag in Bremen hat die Polizei in der Hansestadt eine Ermittlungsgruppe beim Staatsschutz eingerichtet. Bis zu 300 Menschen blockierten nach Polizeiangaben am frühen Sonntagmorgen eine Kreuzung im Bremer Ostertorviertel. Randalierer zündeten demnach Pyrotechnik und warfen Steine in umliegende Geschäfte. Im Vorfeld war im Internet zum "Cornern am Eck gegen Rechtsruck" aufgerufen worden.

Aus der Menge heraus wurden den Angaben zufolge Einsatzkräfte mit Flaschen beworfen. Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden vier Polizisten leicht verletzt. Die Bremer Polizei räumte schließlich mit einem Großaufgebot und Unterstützung niedersächsischer Polizisten die Kreuzung. Dabei wurden neun Menschen vorläufig festgenommen.

Bei zwei der Festgenommenen gibt es laut Polizei Erkenntnisse aus dem Deliktsbereich der politisch motivierten Straftaten. Um welches politische Lager es sich dabei handelt, konnte eine Polizeisprecherin am Sonntagnachmittag nicht sagen.

Nach Angaben der Polizei hatten Störer um kurz vor Mitternacht auf der Straße zunächst ein Fußballspiel begonnen und dabei Pyrotechnik gezündet. Beamte unterbanden das Fußballspiel und forderten die Teilnehmer auf, die Fahrbahn zu räumen.

Gegen 00.30 Uhr schlug die Stimmung den Angaben zufolge plötzlich in Aggression und Gewalt gegen die eingesetzten Polizisten um. "Es kam zu gezielten, massiven Angriffen auf die Einsatzkräfte. Polizisten wurden gezielt mit Flaschenwürfen auf der Straße und aus Häusern heraus angegriffen, beleidigt und bespuckt", berichtete die Polizei.

Störer zündeten demnach unter anderem Reifen und Paletten an. Die Polizei war mit etwa 100 Beamten im Einsatz, darunter acht Streifenwagen aus dem niedersächsischen Umland. Ab 01.45 Uhr räumten starke Einsatzkräfte die Kreuzung. Erst gegen 03.15 Uhr hatte die Lage sich beruhigt.

Wegen des Aufrufs im Internet war die Bremer Polizei nach eigenen Angaben am Samstagabend mit zusätzlichen Einsatzkräften im Dienst. Parallel zu den Ausschreitungen an der Kreuzung verzeichnete die Polizei in der Hansestadt Sachbeschädigungen an den Polizeirevieren Innenstadt, Woltmershausen und Gröpelingen sowie an fünf Einsatzfahrzeugen. Die Täter in diesen Fällen waren zunächst unbekannt.

Auch wurde eine Fensterscheibe am Bremer Rathaus eingeschlagen. Einen Tatverdächtigen konnten die Einsatzkräfte stellen. Ob ein Zusammenhang zwischen den Taten auf der Kreuzung und den Sachbeschädigungen an den Polizeiwachen besteht, sollen die weiteren Ermittlungen zeigen.

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