Großbritannien

Johnson nennt Brexit ohne Abkommen bei Wahlkampfauftakt "letzten Ausweg"

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  • 12. Juni 2019, 17:23 Uhr
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Boris Johnson beim Wahlkampfauftakt in London Bild: AFP

Der ehemalige britische Außenminister Boris Johnson hat einen Brexit ohne Abkommen als 'letzten Ausweg' für sein Land bezeichnet. Seine Drohung, die Austrittsrechnung Großbritanniens unter Umständen nicht zu begleichen, wiederholte er nicht.

Der ehemalige britische Außenminister Boris Johnson hat einen Brexit ohne Abkommen als "letzten Ausweg" für sein Land bezeichnet. Großbritannien müsse sich zwar auf einen harten Brexit vorbereiten, dies sei aber "nichts, was sich irgendjemand wünscht", sagte Johnson bei seinem offiziellen Wahlkampfauftakt für den Posten des Parteivorsitzenden der konservativen Tories am Mittwoch in London. 

Bei der mit hochrangigen Parteimitgliedern besetzten Veranstaltung warnte der frühere Londoner Bürgermeister seine Partei vor einem weiteren Aufschub des EU-Austritts nach dem zuletzt mit Brüssel vereinbarten Stichtag 31. Oktober. "Aufschub heißt Niederlage. Aufschub heißt Corbyn", sagte Johnson unter Verweis auf den Parteichef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn.

Zehn Kandidaten kämpfen um die Nachfolge der britischen Premierministern Theresa May als Parteichefin der Tories. Johnson, der als Favorit gilt, hatte zuletzt mit der Aussage für Furore gesorgt, er würde die Austrittsrechnung Großbritanniens nicht begleichen, bis die EU besseren Austrittskonditionen zustimme. 

Am Mittwoch schlug Johnson sanftere Töne an und wiederholte seine Drohung nicht. Stattdessen versprach er, das über den EU-Austritt tief gespaltene Land wieder zu einen. "Es ist Zeit, diese lähmende Unsicherheit zu beenden, diese Zweifel und Spaltung mit Klarheit und Entschlusskraft zu beenden", sagte er. 

Johnson war beim Brexit-Referendum 2016 einer der Wortführer für einen Austritt aus der EU. Mit seiner populistischen Rhetorik ist er einer der bekanntesten und gleichzeitig umstrittensten britischen Politiker. 

Die konservativen Abgeordneten beginnen am Donnerstag mit der Wahl eines neuen Parteivorsitzenden, bis nur noch zwei Kandidaten übrig sind. Die rund 160.000 Parteimitglieder müssen sich dann zwischen diesen beiden entscheiden.

Neben Johnson bewerben sich unter anderem der amtierende Außenminister Jeremy Hunt, der ehemalige Brexit-Minister Dominic Raab und Umweltminister Michael Gove um das Amt, das sie den britischen Gepflogenheiten entsprechend auch zum Premierminister machen würde. 

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