Justiz

Erstes Urteil in Bestechungsskandal um US-Eliteunis gefallen

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Stanfords Segel-Trainer John Vandemoer Bild: AFP

Im Bestechungsskandal um Zulassungen an US-Eliteuniversitäten ist ein erster Angeklagter verurteilt worden und einer Haftstrafe entgangen. Eine US-Richterin sprach am Mittwoch ein mildes Urteil gegen John Vandemoer, einen früheren Segellehrer an der renommierten kalifornischen Universität Stanford: Sechs Monate Hausarrest, weitere eineinhalb Jahre Aufsicht durch die Justiz sowie 10.000 Dollar Geldstrafe. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Monate Haft gefordert.

Im Bestechungsskandal um Zulassungen an US-Eliteuniversitäten ist ein erster Angeklagter verurteilt worden und einer Haftstrafe entgangen. Eine US-Richterin sprach am Mittwoch ein mildes Urteil gegen John Vandemoer, einen früheren Segeltrainer an der renommierten kalifornischen Universität Stanford: er wurde zu sechs Monaten Hausarrest, weitere eineinhalb Jahre Aufsicht durch die Justiz sowie 10.000 Dollar Geldstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Monate Haft gefordert.

Der 41-Jährige hatte sich schuldig bekannt, insgesamt 610.000 Dollar an Bestechungsgeldern angenommen zu haben. Im Gegenzug empfahl Vandemoer die Kinder reicher Eltern für die Segelteams der Stanford-Universität - und ermöglichte ihnen damit die Aufnahme an die berühmte Hochschule.

Staatsanwalt Andrew Lelling bekräftigte nach dem Urteil, die Anklage werde sich weiterhin für "bedeutsame Strafen" in den Verfahren zu dem Bestechungsskandal einsetzen. 

Der Bestechungsskandal war Mitte März bekannt geworden. Den Ermittlungen zufolge zahlten wohlhabende Eltern viel Geld, damit ihre Kinder an Elite-Hochschulen aufgenommen wurden. Angeklagt sind rund 50 Beteiligte, unter ihnen Prominente wie die Schauspielerinnen Felicity Huffman ("Desperate Housewives") und Lori Loughlin ("Full House").

Huffman bekannte sich im Mai schuldig, das Urteil gegen sie soll am 13. September fallen. Mit dem Eingeständnis entgeht die Schauspielerin voraussichtlich einem Aufsehen erregenden Prozess und einer langen Haftstrafe. Die frühere "Desperate Housewives"-Darstellerin hatte eingeräumt, 15.000 Dollar (rund 13.000 Euro) gezahlt zu haben, damit ihre Tochter beim Uni-Eintrittstest SAT besser abschneidet. So wollte sie ihr den Zugang zu einer besseren Universität ermöglichen.

Loughlin und ihr Ehemann plädierten dagegen auf nicht schuldig. Bis zum Beginn ihres Prozesses dürften noch Monate vergehen. Auch zwei chinesische Familien gaben zu, Millionenbeträge gezahlt zu haben, damit ihre Töchter in Yale beziehungsweise Stanford angenommen wurden.

Die Bestechungsgelder der angeklagten Eltern flossen an William Singer, der mittels eines ausgeklügelten Netzwerks für die Aufnahme wenig qualifizierter Studenten sorgte. So ließ er Prüfungsergebnisse fälschen und bestach Trainer, die Studienplatzanwärtern überdurchschnittliche sportliche Leistungen bescheinigten, um ein Sport-Stipendium zu ergattern. Singers kriminelle Organisation sammelte so insgesamt 25 Millionen Dollar von Eltern ein. Auch Singer bekannte sich schuldig und kooperiert mit der Justiz. Gegen ihn soll das Urteil am 19. September gesprochen werden.

Auf Bestechung stehen in den USA hohe Geldstrafen und bis zu 20 Jahre Haft. Von dem Bestechungsskandal betroffen sind unter anderem die Universität Yale, die Georgetown University in Washington und die kalifornische Universität Stanford.

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