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Automobilzulieferer - Der schlechte Einfluss des Elektroautos?

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@ MabelAmber (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Nur ein kleiner Teil der mehr als 45 Millionen Fahrzeuge, die derzeit auf den deutschen Straßen zugelassen sind, setzt derzeit auf einen Elektromotor.

In Anbetracht der steigenden Bedeutung dieses alternativen Zweigs blicken besonders Automobilzulieferer mit Vorsicht in die Zukunft. Wird für sie der Umstieg auf das E-Auto zum Verhängnis werden?

Weniger Teile werden benötigt

Während einige Elektroautos von außen nicht von klassischen Verbrennern zu unterscheiden sind, offenbaren sich in ihrem Inneren große Differenzen. Besonders der Bereich des Antriebs ist im Elektroauto kompakter gestaltet. Insgesamt sind weniger einzelne Bauteile notwendig, um das fertige Auto auf die Straße bringen zu können. Von rund 8.000 sinkt die Zahl um 25 Prozent auf nur etwa 6.000 ab.

Ein jedes herkömmliche Modell reduziert damit die Zahl der Aufträge, die an Zulieferer weitergereicht werden können. Sollte das Elektroauto die Hersteller aus dieser Zeit der Ungewissheit befreien, so könnten demnach die Zulieferer in erste wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

Auf der anderen Seite beeinflusst dies auch die vielen Hobbyschrauber, die in Deutschland aktiv sind. Es ist ein völlig neues Verständnis für Technologie und Software erforderlich, um Reparaturen und Wartungen selbst durchführen zu können. Während für Verbrenner viele Teile direkt von Autoverwertungen zum Verkauf angeboten werden, müssen sich neue Vertriebswege entwickeln, um diesen Service auch für Elektroautos anzubieten.

Vorsprung der USA?

Während die deutschen Autobauer VW und Mercedes zuletzt große Kampagnen in die Wege leiteten, um ihren eigenen Weg zum Elektroauto zu vermarkten, ist der Prozess in den USA bereits sehr viel weiter fortgeschritten. Obwohl Tesla sich immer wieder mit Schwierigkeiten auf dem Weg zur Weltspitze konfrontiert sieht, ist es doch gelungen, zum führenden Anbieter des elektrischen Antriebs zu werden. Der Vorsprung von mehreren Jahren, welcher derzeit festgestellt werden kann, dürfte von den deutschen Firmen nur noch schwer einzuholen sein.

Durch die völlig neue Strukturierung der Branche ist es möglich, dass sich der bislang als natürlich angesehene wirtschaftliche Vorsprung der deutschen Industrienation als anfällig entpuppt. Da wohl zu spät auf die neuen Entwicklungen innerhalb der Branche eingegangen wurde, konnten sich andere Firmen in eine sehr aussichtsreiche Position für den künftigen Wettbewerb bringen. Damit ist unmittelbar die Frage verbunden, welche neuen Innovationen präsentiert werden können, um sich dieser Entwicklung in den Weg zu stellen. Insbesondere im Hinblick auf die Leistung der Batterie ist weiter großes Potenzial vorhanden, welches auch von den unter Druck geratenen Zulieferern ausgenutzt werden könnte.

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