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Johnson pocht bei TV-Debatte auf Brexit bis zum 31. Oktober

  • AFP
  • In POLITIK
  • 19. Juni 2019, 00:49 Uhr
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Boris Johnson (l.) bei TV-Debatte Bild: AFP

Der britische Ex-Außenminister und Favorit auf den Posten des Premierministers, Johnson, hat auf einen Brexit bis zum 31. Oktober gepocht. Andernfalls drohe ein 'katastrophaler Verlust von Vertrauen in die Politik', sagte er bei einer TV-Debatte.

Der britische Ex-Außenminister und Favorit auf den Posten des Premierministers, Boris Johnson, hat auf einen Brexit bis zum 31. Oktober gepocht. Bei einer TV-Debatte mit den anderen Kandidaten auf die Nachfolge von Partei- und Regierungschefin Theresa May sagte Johnson am Dienstagabend im Sender BBC, andernfalls drohe ein "katastrophaler Verlust von Vertrauen in die Politik".

"Ich denke, die Briten haben die Nase gestrichen  voll", sagte der Brexit-Hardliner. Auf die Frage, wer einen EU-Austritt Großbritanniens zum mit der EU vereinbarten Termin 31. Oktober "garantieren" könne, hoben aber weder Johnson noch seine vier Rivalen die Hand.

Der frühere Bürgermeister von London ist klarer Favorit auf die May-Nachfolge. Am Dienstag landete er bei der zweiten Runde zur Wahl des neuen Vorsitzenden der konservativen Tory-Partei mit 126 von 313 Stimmen klar vorne.

Bei der anschließenden TV-Debatte im Sender BBC trat Johnson, der für Patzer bekannt ist, souverän auf und gab sich keine Blöße. Die Tageszeitung "Guardian" schrieb anschließend, der 54-Jährige bleibe "klarer Favorit" auf die Parteispitze und "fast sicher" nächster Premierminister des Landes.

Neben Johnson sind inzwischen noch Außenminister Jeremy Hunt, Umweltminister Michael Gove, Entwicklungsminister Rory Stewart und Innenminister Sajid Javid im Rennen. Die Tory-Abgeordneten wählen erneut am Mittwoch und Donnerstag, bis das Feld auf zwei Kandidaten geschrumpft ist. Zwischen diesen beiden entscheiden dann die rund 160.000 Parteimitglieder. Der neue Vorsitzende soll bis Ende Juli gekürt sein, er wird dann auch neuer Regierungschef.

Premierministerin May war als Parteichefin zurückgetreten, nachdem sie in ihrer Partei über Monate keinen ausreichenden Rückhalt für ihren Brexit-Kurs erhalten hatte. Bis ihr Nachfolger feststeht, bleibt sie als Regierungschefin im Amt.

Johnson hat versprochen, Großbritannien werde die EU am 31. Oktober verlassen - ob mit oder ohne Abkommen. Bei seinem offiziellen Wahlkampfauftakt für den Posten des Parteivorsitzenden vergangene Woche schlug er gemäßigtere Töne an und bezeichnete einen Brexit ohne Abkommen als "letzten Ausweg".

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