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US-Präsident Trump kritisiert Indien vor G20-Gipfel wegen zu hoher Zölle

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Ankunft Trumps auf dem Flughafen von Osaka Bild: AFP

Schon vor Beginn des G-20-Gipfels im japanischen Osaka hat US-Präsident Donald Trump den Ton gesetzt: Er kritisierte Gastgeber Japan wegen militärischer Schwäche, Indien wegen zu hoher Zölle, Deutschland und China.

Schon vor Beginn des G-20-Gipfels im japanischen Osaka hat US-Präsident Donald Trump den Ton gesetzt: Er kritisierte Gastgeber Japan wegen militärischer Schwäche, Indien wegen zu hoher Zölle, Deutschland und China. Bei dem Gipfeltreffen am Freitag und Samstag werden schwierige Verhandlungen erwartet; unklar ist, ob sich die großen Industrie- und Schwellenländer überhaupt auf eine gemeinsame Abschlusserklärung werden einigen können.

Trump landete bereits am Donnerstag in Osaka. Schon vor dem Abflug hatte er  das Gastgeberland brüskiert: Washington werde nicht zögern, für seinen Partner in den Krieg zu ziehen - die Japaner würden bei einem Angriff auf die USA dagegen "auf ihrem Sony-Fernseher zuschauen", sagte er. 

An Bord der Air Force One knöpfte Trump sich Indien vor: Er freue sich darauf, mit Premierminister Narendra Modi darüber zu sprechen, dass Indien seit Jahren "sehr hohe Zölle gegen die Vereinigten Staaten" erhebe und diese erst kürzlich wieder erhöht habe, schrieb Trump auf Twitter. Das sei "inakzeptabel". 

Nach dem Entzug von Handelsprivilegien durch Washington hatte Neu Delhi Mitte Juni für eine Reihe von Gütern aus den USA die Einfuhrzölle erhöht - etwa auf Mandeln, Äpfel und Walnüsse. Der Handelsstreit zwischen beiden Ländern begann bereits im vergangenen Jahr, als die US-Regierung es abgelehnt hatte, Indien von Zollerhöhungen für Stahl und Aluminium auszunehmen.

Eigentlich wollen die USA die Handelsbeziehungen zu Indien als Gegengewicht zu China ausbauen. Washington und Peking befinden sich seit mehr als einem Jahr in einem erbitterten Handelsstreit, in dem sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt gegenseitig mit hohen Strafzöllen überziehen. Trump hatte vor seinem Abflug gesagt, China wolle eine Einigung, weil die Wirtschaft der Volksrepublik zusammenbreche. 

Trump trifft am Samstag den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zum Gespräch unter vier Augen. Ein Durchbruch ist dabei eher nicht zu erwarten. Experten halten es aber für möglich, dass sich die Präsidenten auf neue Verhandlungen einigen und Strafzölle aussetzen könnten. Für die ohnehin schwächelnde Weltwirtschaft wäre dies eine Entlastung.

Deutschland will in der Abschlusserklärung ein Bekenntnis zur Ablehnung des Protektionismus und für regelbasierte internationale Handelssysteme sowie für eine Reform der Welthandelsorganisation WTO festschreiben, wie aus Regierungskreisen am Mittwoch verlautet war. Ob dies gelinge, sei nicht klar.

Trump wiederholte vor seibem Abflug seine Kritik an Deutschland, Berlin gebe nicht genug für die Verteidigung aus und profitiere von der US-Militärmacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft Trump am Freitag am Rande des Gipfels.

Auf der offiziellen Agenda des G20-Treffens stehen Themen wie die Lage der Weltwirtschaft, Innovation, Klimaschutz, Armutsbekämpfung. Doch besonders wichtig dürften die inoffiziellen Gespräche am Rande sein, bei denen es um aktuelle internationale Krisen gehen soll - etwa um den Konflikt mit dem Iran, um Nordkorea und die Konflikte in Syrien und der Ostukraine. 

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