Finnland

Uniper-Arbeitnehmervertreter stellen Bedingungen an Fortum

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Düsseldorf - Im Gezerre um den Stromproduzenten Uniper haben die Arbeitnehmervertreter dem Großaktionär Fortum offenbar eine Kooperation unter Vorbehalt angeboten. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf einen Brief des Konzernbetriebsratsvorsitzenden Harald Seegatz an Fortum-Chef Pekka Lundmark.

Der Konzernbetriebsrat fordert demnach eine Investorenvereinbarung, welche die Gewerkschaften mitverhandeln sollen. Lundmark soll frühere öffentliche Aussagen zu seinen Plänen verbindlich festzuzurren: dass es keine Zerschlagung und keinen Beherrschungsvertrag geben solle. Auch gegen eine mehrheitliche Übernahme stemmen sich die Betriebsräte - wozu die Fortum-Aussagen bisher unklar sind. Die Arbeitnehmer können für sich genommen nichts blockieren, aber eine eventuelle Integration stark erschweren.

Lundmark hatte vor einigen Wochen Betriebsräte getroffen - was dem Vernehmen nach zu deren Enttäuschung ausging. Der alte Uniper-Vorstand hatte sich gegen eine Übernahme durch die Finnen gewehrt, die Vorstände sind entweder schon abgetreten oder haben den Abgang angekündigt. Kürzlich hatten sie in einem Brief Lundmark vorgeworfen, sein "Verschleiern der Strategie" aufzugeben, und heftigen Widerstand gegen eine eventuelle Übernahme angekündigt. Das Schreiben ging auch an die deutsche und finnische Regierung: unter anderem Finnlands Ministerpräsidenten Antti Rinne und die jeweiligen Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Katri Kulmuni.

Fortum wird vom finnischen Staat kontrolliert und hält 49,99 Prozent an Uniper. Uniper war 2016 aus der Abspaltung des konventionellen Kraftwerksgeschäfts des Eon-Konzerns entstanden. Mitte vergangenen Jahres hatte Fortum den bei Eon verbliebenen Restanteil erworben. Dass die Finnen keine Mehrheit an der früheren Eon-Kraftwerkstochtergesellschaft aufbauen konnten, liegt an einer als "strategisch" eingestuften Trinkwasseraufbereitung, die Uniper in Russland betreibt und die nicht unter die Obhut eines staatlich kontrollierten Konzerns wie Fortum geraten soll.

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