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TÜV warnt vor Cyberangriffen auf Aufzüge

  • Andreas Reiners/cid
  • In TECHNOLOGIE
  • 10. Juli 2019, 14:31 Uhr
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cid Groß-Gerau - Cyberangriffe können Aufzüge zwischen den Etagen zum Stehen bringen oder sogar einen Absturz herbeiführen. Pixabay / nakataza02

Wie wichtig regelmäßige Wartungen und Prüfungen bei Aufzügen sind, zeigt der aktuelle Reports des TÜV-Verbandes Berlin. Das ist aber nicht alles: Denn neben Risiken wie Materialermüdung und Verschleiß entstehen mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung der Anlagen im Internet of Things neue Gefahren.


Wie wichtig regelmäßige Wartungen und Prüfungen bei Aufzügen sind, zeigt der aktuelle Reports des TÜV-Verbandes Berlin. Immerhin 3.100 Aufzüge wurden nach einer Prüfung des TÜV umgehend stillgelegt. Bei 73.500 weiteren Aufzügen wurden laut eines Reports des TÜV-Verbands Berlin "sicherheitserhebliche Mängel" festgestellt, die eine Reparatur der Anlagen erfordern. Das entspricht zwölf Prozent aller 587.500 im Betrieb geprüften Aufzüge. Das ist aber nicht alles: Denn neben Risiken wie Materialermüdung und Verschleiß entstehen mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung der Anlagen im Internet of Things neue Gefahren.

Heißt: Cyberangriffe können Aufzüge zwischen den Etagen zum Stehen bringen oder sogar einen Absturz herbeiführen. Noch fehlt es aber an gesetzlichen Regelungen, die eine unabhängige Prüfung kritischer Systeme wie der digitalen Aufzugssteuerung ermöglicht. "Der Gesetzgeber muss jetzt handeln, bevor es zu ernsten Cyberattacken auf Maschinen und Anlagen kommt", warnt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands (VdTÜV). Denn: "Die digitale Aufzugssteuerung ist ein Einfallstor für kriminelle Hacker", so Bühler.

Zu den geprüften Anlagen gehören neben Aufzügen auch Druckbehälteranlagen wie Gasspeicher und Dampfkessel sowie bestimmte Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen (Ex-Anlagen), darunter Tankstellen und Flugfeldbetankungsanlagen. Das zentrale Thema des aktuellen Reports: Die Prüfung von Anlagen, die zunehmend mit Hilfe von Software gesteuert, von Sensoren überwacht und im Internet of Things (IoT) digital vernetzt werden.

Die digitale Vernetzung ist bei Ex-Anlagen eine Herausforderung für die Sicherheit. In der Industrie werden beispielsweise Tanklager für entzündliche Kraftstoffe oder Gase zunehmend digital überwacht, um Füllstände oder den Druck zu messen. "Die Manipulation von Messwerten kann bei Ex-Anlagen zu einer Katastrophe führen", sagte Bühler. "Ein nur knapp gescheiterter Cyberangriff auf eine petrochemische Fabrik in Saudi-Arabien im Jahr 2017 hat gezeigt, dass solche Szenarien eine reale Gefahr sind."

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