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Meuthen von eigenem AfD-Kreisverband nicht zum Parteitagsdelegierten gewählt

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  • 15. Juli 2019, 15:21 Uhr
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AfD-Chef Jörg Meuthen Bild: AFP

AfD-Chef Jörg Meuthen ist von seinem Kreisverband am Sonntag nicht zum Delegierten für den Bundesparteitag gewählt worden. Im AfD-Kreisverband Ortenau bekam Meuthen nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios mehr Gegenstimmen als Zustimmung.

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen ist von seinem eigenen Kreisverband am Sonntag nicht zum Delegierten für den Bundesparteitag gewählt worden. Parteisprecher Bastian Behrens bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht des ARD-Hauptstadtstudios. Im AfD-Kreisverband Ortenau bekam Meuthen dem Bericht zufolge mehr Gegenstimmen als Zustimmung. Ein Grund für die Schlappe sei Meuthens Kritik am Auftritt von AfD-Rechtsaußen Björn Höcke auf dem Kyffhäuser-Treffen, berichtete die ARD unter Berufung auf Parteikreise.

Der 58-Jährige darf nun zwar als Ko-Chef der AfD am Parteitag Ende November zwar teilnehmen und auch sprechen, wählen darf er den neuen Bundesvorstand selbst dann aber nicht. Unter den im Ortenaukreis gewählten Delegierten für den Parteitag sind dem ARD-Bericht zufolge fast ausschließlich Parteimitglieder, die dem rechtsnationalen "Flügel" in der AfD nahestehen. Die Wahl der Parteitagsdelegierten im Ortenaukreis gilt für zwei Jahre.

Schon die Mobilisierung der "Flügel"-Anhänger für die Wahl der Parteitagsdelegierten habe deutlich besser funktioniert, sagte der AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz, der ebenfalls dem Höcke-Lager zugerechnet wird, dem ARD-Hauptstadtstudio. Dazu habe vor allem die Kritik aus der Partei an Höcke beigetragen.

Der Richtungskampf zwischen dem völkisch-nationalistischen Lager und gemäßigteren AfD-Politikern ist seit Höckes Auftritt beim sogenannten Kyffhäuser-Treffen voll entbrannt. In seiner Rede hatte Höcke den Machtanspruch des "Flügels" geltend gemacht. Nach den Landtagswahlen werde er sich "mit großer Hingabe und mit großer Leidenschaft der Neuwahl des Bundesvorstands hingeben". Er fügte hinzu: "Und ich kann euch garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird".

In einem daraufhin veröffentlichten Aufruf warfen rund hundert AfD-Funktionäre dem Thüringer Landeschef Spaltungstendenzen und einen "Personenkult" vor. Meuthen, der nicht zu den Unterzeichnern gehört, hatte Verständnis für den Aufruf gezeigt und ebenfalls den von Höcke "zuweilen betriebenen Personenkult" kritisiert.

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